Raps: Schwacher US-Dollar und teures Rohöl stimulieren Import

3. Juni 2020 um 17:06 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps zeigten sich fester. In Kanada profitierte Canola von steigenden Sojakursen und Rohölpreisen. Auch Palmöl zog nach oben. Die Nachfrage nach Rohöl entwickelt sich offenbar schneller als erwartet, entsprechend zieht Rohöl nach oben. Für die EU steht fest, Rapsimporte müssen den fehlenden Bedarf der kleinen EU-Rapsernte ergänzen. Der niedrige US-Dollar spielt den EU-Importeuren jetzt mehre Trümpfe ins Blatt.

Canola stieg am Nachmittag in Winnipeg um 0,9 % auf 462,70 CAD/mt gegenüber gestern. Raps verteuerte sich in Paris auf 374,00 EUR/mt. Kursimpulse für den Anstieg bei Canola lieferten der festere Kursverlauf bei US-Sojabohnen und anziehende Rohölpreise. Obwohl Peking wegen der Hongkong-Krise mit den USA den chinesischen Handel aufforderte, keine Sojabohnen mehr aus den USA zu importieren, soll China drei bis fünf Sojabohnen-Schiffsladungen in den USA bestellt haben. US-Sojabohnen waren preiswerter als brasilianische. Von der Kursschwäche des US-Dollars profitierten US-Sojabohnen, ein gestiegener Real verteuerte dagegen brasilianische Ursprünge. Dies zog die Kurse für US-Sojabohnen und auch Canola mit hoch. Auch die Rohölpreise legten im Handelsverlauf kräftig zu und notierten bei Brent bereits über 40 USD/Barrel. Mitte bis Ende April hatte der Rohölpreis noch unter 20 USD/Barrel gelegen. Neben der Aussicht, auf ein geringeres Rohöl-Angebot, trieb die Hoffnung auf eine global wieder schnell anziehende Rohöl-Nachfrage durch viele Lockerungen der Corona-Beschränkungen den Markt. Schon planen US-Rohölproduzenten das Wiederhochfahren ihrer Anlagen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

366,00

0,00

Mosel FOB

373,00

2,00

Hamburg CIF

370,00

0,00

Neuss DDP

381,00

0,00

Hamm DDP

389,00

0,00

Mannheim DDP

383,00

0,00

Quelle: Handel

EU-Rapsimporte laufen langsam hoch
Durch die anhaltenden Unruhen in den USA stieg der Euro-Kurs auf über 1,12 USD/EUR. Analysten gehen davon aus, dass die US-Dollarschwäche sich in den kommenden Wochen fortsetzen wird, da sich die Wirtschaft in Europa schneller erholen wird als in den USA. Diese würde den Import von ukrainischen Raps und kanadischen Canola kräftig unterstützten. Letzte Jahr produzierte die Ukraine auf 1,3 Mio. ha rund 3,3 Mio. mt Raps, wovon 2,867 Mio. mt in die EU gingen. In dieser Saison geht Kiew von 966.000 ha aus, weil 125.000 ha wegen Trockenheit ausfielen. Bei Erträgen, von 2,5 bis 2,6 mt/ha wie im Vorjahr, kann daraus nur eine Ernte von 2,4 bis 2,5 Mio. mt erwachsen, das wäre 800.000 bis 900.000 mt weniger als im Vorjahr. Insofern könnten die Rapsimporte aus der Ukraine höchstens auf 1,9 bis 2 Mio. mt sinken.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

740

720

Rapsöl FOB Hbg.

833

825

Palmöl CIF Rott. USD

595

565

Sonnenblumenöl USD FOB

785

775

Quelle: Handel

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