Raps: Wegen schwacher Biodieselnachfrage ist Ölmühlendeckung komfortabler

6. April 2020 um 17:09 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Bei den Märkten für Canola und Raps dreht sich derzeit viel ums Öl. Der Rohölmarkt hat jegliche Marktbalance verloren. Spekulationen über einen geringeren Rohölausstoß oder zuletzt die Ankündigung, dass die USA selbst Schutzzölle auf Rohölimporte erheben wollen, führten wiederholt zu Preisanstiegen, die dann wegen fehlender Konzepte wieder in sich zusammenbrachen. Durch die schwache Biodieselnachfrage sieht die Deckung der Ölmühlen bei Raps sehr komfortabel aus, wenn Importe bei pflanzlichen Ölen und Schroten nicht abreißen.

Die Märkte für Canola und Raps holten im Handelsverlauf bis heute Nachmittag etwas auf. In Winnipeg notierte Canola mit 464,60 CAD/mt um 0,8 % höher als am Morgen. Raps stieg in Paris um 0,9 % auf 367,25 EUR/mt. Leichte Unterstützung kam vom Palmöl, wo der Juni-Kontrakt in Kula Lumpur um 5 auf 2.250 Ringgit/mt leicht anzog. Auch Sojaöl legte in Chicago etwas zu, nachdem die Bestandskorrekturen des USDA für Februar nach unten revidiert wurden. Aus Kanada wurden Frühlingsschneestürme in Ost-Saskatchewan und West-Manitoba mitgeteilt, die den Markt aber weniger bewegten. Vielmehr war es der Rohölmarkt, der durch Tweeds von US-Präsident Donald Trump wiederholt in Aufwärtstrend gesetzt wurde, sei es durch das Telefonat mit dem saudi-arabischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman alSaud, was der Handel als Signal für Verhandlungen über einen geringeren Rohölausstoß interpretierte. Oder zuletzt die Ankündigung, dass die USA selbst Schutzzölle auf Rohölimporte erheben werden, um den eigenen Ölmarkt preislich zu stützen. Laut International Energy Agency (IEA) in Paris wird die OPEC-Plus Gruppe den Rohölmarkt oder besser die Ölpreise nicht in den Griff bekommen können. Der Nachfragerückgang ist derart massiv, dass sämtliche Rohöl-Exportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was zudem unkontrollierbar wäre.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

363,00

3,00

Mosel FOB

368,00

3,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

375,00

4,00

Hamm DDP

377,00

3,00

Mannheim DDP

375,00

5,00


Quelle: Handel

Leichter Preisauftrieb durch schwächeren Eurokurs
In Frankreich startete Raps mit relativ stabilen Preisen am Kassamarkt in die verkürzte Karwoche vor Ostern. Der Preisanstieg setzte sich dann auch am Niederrhein fort, nicht zuletzt unterstützt durch den nachgebenden Eurokurs unter die Marke von 1,08 USD/EUR am Nachmittag. Die Ölmühlen zeigten weiterhin wenig Kaufinteresse. Durch die schwache Biodieselnachfrage sieht die Deckung der Ölmühlen bis zum Ende des Wirtschaftsjahres viel komfortabler aus, als bisher angenommen wurde, hieß es aus Handelskreisen. Die Versorgung der heimischen Märkte mit Speiseölen, Eiweißfuttermitteln und Öl ist danach wohl weitgehend gesichert, wenn auch ein beträchtlicher Teil über Importe weiter gedeckt werden müsste. Nun kommt es darauf an, in welchem Umfang und wo es zu Quarantänen wegen der Covid19-Pandemie kommen würde.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

700

Rapsöl FOB Hbg.

773

775

Palmöl CIF Rott. USD

617

625

Sonnenblumenöl USD FOB

685

690

Quelle: Handel

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