Raps: Saatverspätung in Kanada, Eisheilige in Westeuropa

14. Mai 2020 um 17:07 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola gerieten leicht unter Druck. In Paris legte Raps deutlich zu, während am französischen und deutschen Kassamarkt der Rapspreis deutlich abfiel. Schwache Vorgaben bei Soja aus den USA zogen den Markt nach unten. Aber die verspätete Canola-Ausssaat in Kanada stützte den Kursverlauf in Winnipeg. In Westeuropa könnten die Eiheiligen zu Schäden geführt haben.

Canola gab am Nachmittag in Winnipeg um 0,2 % auf 471,50 CAD/mt nach. Raps legte in Paris dagegen um 0,4 % auf 369,00 EUR/mt zu. In Kanada teilte der Handel mit, dass die Canola-Aussaat weiterhin stark zum Vorjahr zurücklag, in Manitoba nur 9 % der Fläche bestellt wurde, in Alberta und Saskatchewan wohl bis zu 15 %. Der schwächere Kursverlauf bei Sojabohnen in Chicago setzte aber auch Canola unter Druck. China hatte hat kürzlich die Wiederaufnahme der kanadischen Rapsimporte zugelassen, sodass sich die Nachfrage bald verbessern könnte. Noch gab es aber keine konkreten Anhaltspunkte darüber, in welchem Umfang China kaufen wird. Das USDA veranschlagte die kommende Welt-Rapssaaternte mit 70,79 Mio. mt um 3,7 höher als im Vorjahr. Die höhere Menge resultiert hauptsächlich aus höheren Ernten Kanadas und Australiens. Kanadas Canola-Ernte steigt danach um 4,7 % auf 19,9 Mio. mt. Die ukrainische Rapsernte soll trotz Trockenheit um 0,3 bis 0,4 Mio. mt über das Vorjahresergebnis hinausgehen, hieß es vorerst beim Handel. Der Rapsverbrauch wurde vom USDA mit 69,91 Mio. mt um 0,6 % niedriger veranschlagt, wodurch die globalen Rapsendbestände um 9,1 % auf 7,06 Mio. mt zulegen sollen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

365,00

-3,00

Mosel FOB

370,00

-3,00

Hamburg CIF

360,00

-2,00

Neuss DDP

372,00

-6,00

Hamm DDP

379,00

-6,00

Mannheim DDP

375,00

-6,00

Quelle: Handel

Folgen der Eisheiligen noch unklar
Die EU-Ernte sieht das USDA mit 17 Mio. mt nur knapp 200.000 mt höher als im Vorjahr. Der EU-Rapsverbrauch soll von 23,43 auf 23,10 Mio. mt leicht sinken, wird weniger Biodiesel gebraucht. Die EU-Rapsbestände werden Ende 2020-21 nur noch bei 668.000 mt erwartet, gegenüber 788.000 mt in der laufenden Saison. In Deutschland haben die Niederschläge in den vergangenen zwei Wochen den Zustand der Rapsfeldbestände verbessert. Positiv wirken sich kühlere Temperaturen auf die Entwicklung der Pflanzen aus, da sie die Verdunstung verringern. Ob die Eisheiligen diesmal mit Nachtfrösten in Spätgebieten die Rapsblüte und den Schotenansatz geschädigt haben, bleibt vorerst abzuwarten. In Schleswig-Holstein und im Rheinland wird eher mit unterdurchschnittlichen Erträgen gerechnet.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

685

Rapsöl FOB Hbg.

823

823

Palmöl CIF Rott. USD

525

520

Sonnenblumenöl USD FOB

735

735

Quelle: Handel

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