Raps: Russland katapultiert Rohöl nach unten

23. März 2020 um 16:43 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gaben nach. Der Rückenwind vom Sojakomplex reichte nicht aus, um dem starken Druck vom Rohölmarkt wirklich Paroli zu bieten. In Frankreich sprach der Handel weiterhin von massiven logistischen Problemen im LKW- und Schienenverkehr. Aber die Wartezeiten an den Grenzübergängen haben spürbar abgenommen.

Der Raps- und Canolamarkt zeigte erneut schwache Kurseinbrüche in Kanada, etwas markanter waren diese an der Rheinschiene. Die Ölsaat konnte nicht vom Kursanstieg bei Sojabohnen profitieren, weil der Anstieg im Wesentlichen von der Schrotkomponente kam, während Sojaöl nachgab. In den USA ist der Sojabohnen-Crush deutlich angestiegen, für das dabei anfallende Sojaöl gibt es nicht ausreichend Nachfrage, daher steigen die Bestände und fallen die Sojaölpreise. Auch die Kursentwicklung bei Palmöl konnte Canola und Raps nicht stützen. Canola konnte sich an der ICE in Winnipeg nur knapp auf dem Niveau letzter Woche halten, ein leicht gestiegener Loonie setzte den Kurs sogar teils unter Druck. Auch die Verarbeitungsmargen waren für die Ölmühlen kaum profitabel, meinten Experten von MarketsFarm.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

350,00

-1,00

Mosel FOB

354,00

-1,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

355,00

-3,00

Hamm DDP

358,00

-3,00

Mannheim DDP

353,00

-5,00

Quelle: Handel

Logistikprobleme bleiben in Frankreich bestehen
Ähnlich schwach tendierte Raps in Westeuropa. Der auf unter 1,07 USD/EUR gesunkene Eurokurs hätte die Rapspreise eigentlich stützen müssen. Diese orientierten sich jedoch stark am Rohöl, sagte der hiesige Handel. Und dabei gab es erheblichen Druck vom Rohölmarkt. Schwer wog die Nachricht, dass Russland seine Rohölfördermengen trotz sinkender Nachfrage weiter ausdehnen will. Moskau will der US-Fracking-Industrie einen schweren Stoß versetzen, um dadurch das Rohölangebot auf dem Weltmarkt zu verringern, sagte der Handel. Immerhin erreichte Rohöl einen Tiefstand seit 17 Jahren. In Frankreich sprach der Handel weiterhin von logistischen Problemen im LKW- und Schienenverkehr. Das Problem der Grenzkontrollen stand weniger im Vordergrund, vielmehr führte ein drastischer Personalabbau zu verspäteten Lieferungen und einem Anstieg der Lieferkosten. Der Shutdown erfolgt jetzt in Westeuropa in großen Schritten, was bereits geringere Personalverfügbarkeit bedeutet. Da Raps zu den Ölmühlen meist über Schiffsfracht abgewickelt wird, gab es weniger Probleme. Rapsöl und Rapsschrot wird aber meist per LKW-Fracht transportiert.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

685

Rapsöl FOB Hbg.

780

790

Palmöl CIF Rott. USD

630

630

Sonnenblumenöl USD FOB

685

690

Quelle: Handel

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