Raps: Rohölpreis fällt auf 16-Jahrestief

20. April 2020 um 16:55 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich etwas uneinheitlich, mit Kursverlusten in Winnipeg, schwachen Kursgewinnen in Paris. Laut Canadian Grain Commission (CGC) lieferten Kanadas Farmer fast 19 % mehr Canola ab, die Exporte sanken jedoch. Problem ist der starke Rohölpreisverfall. Saudische Öltanker müssen sich auf verspätete Löschungen oder sogar spätere Abnahmen in den Zielhäfen einstellen. Die Anbau- und Ernteprognosen für Raps bleiben für die EU weniger, für Kanada, Australien und Ukraine jedoch sehr optimistisch. Die Erzeuger halten sich mit Kontraktabschlüssen über die kommende Ernte sehr zurück.

Die Märkte für Canola und Raps tendierten uneinheitlich. Raps legte in Paris schwach zu, Canola gab im Handelsverlauf 1 % nach. Kanadas Handel machte hierfür den Kursrutsch bei US-Sojabohnen und Preisverfall beim Rohöl verantwortlich. Laut Canadian Grain Commission (CGC) lieferten Kanadas Farmer in der Woche bis 12. April 398.000 mt Canola an den Handel, was ein Plus von 18,6 % zur Vorwoche entsprach. Die Inlandsnachfrage stieg um 28,7 % auf 217.000 t. Laut CGC gingen die Exporte mit 262.000 mt im gleichen Berichtszeitraum um 4 % zurück. Vom Palmölmarkt gab es keine neuen Impulse. Malaysia hat wegen Corona auch die Umsetzung des B20-Programms auf unbestimmte Zeit verschoben. Die US-Rohölsorte WTI fiel mit 15 USD/Barrel auf den tiefsten Stand seit 21 Jahren. Den USA gehen wegen Überfüllung der Rohöllager freie Lagerkapazitäten aus. Aktuell wären 20 saudi-arabische Supertanker mit 40 Mio. Barrel Rohöl an Bord unterwegs, die in den USA und anderswo eintreffend im Mai wahrscheinlich nicht gelöscht werden könnten, hieß es.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

367,00

1,00

Mosel FOB

372,00

1,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

380,00

0,00

Hamm DDP

380,00

-1,00

Mannheim DDP

380,00

1,00

Quelle: Handel

Erzeuger warten mit Kontrakten ab
In Deutschland halten sich Erzeuger mit Kontraktabschlüssen über die kommende Ernte sehr zurück, wegen der Unsicherheit über die diesjährige Rapsernte und der starken Preisschwankungen in dieser Saison. Regional wurden letzte Woche Frostschäden gemeldet, vereinzelt auch von vermehrtem Schädlingsbefall durch Rapsglanzkäfer- und Kohlschotenrüssler berichtet.  Die Anbau- und Ernteprognosen bleiben für die EU weniger, für Kanada, Australien und Ukraine jedoch sehr optimistisch. In Deutschland wurden auf 953.000 ha Raps ausgesät und damit 100.000 ha mehr als im Vorjahr. In Frankreich ist die Anbaufläche von 1,11 auf 1,08 Mio. ha geschrumpft. Vor diesem Hintergrund erscheint die Produktionsprognose von Tallage in Höhe von 17,9 Mio. mt vielleicht zu optimistisch. In der Ukraine werden laut IEG Vantage auf der Rekordfläche von 1,3 Mio. ha Rapssaat angebaut. Damit könnten in diesem Jahr rund 4 Mio. mt Rapssaat in dem Land geerntet werden, womit der Rekord von 3,4 Mio. mt im Vorjahr übertroffen würde. Kanadas Rapsfläche soll laut Regierung von 8,5 auf 8,3 Mio. ha fallen. In Australien soll die Canolafläche von 1,8 auf 2,1 Mio. ha steigen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

710

Rapsöl FOB Hbg.

800

798

Palmöl CIF Rott. USD

560

540

Sonnenblumenöl USD FOB

740

745

Quelle: Handel

 

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