Raps: Rohöl-Preiskampf zwischen Russland und Saudi-Arabien tobt

31. März 2020 um 16:00 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps zogen leicht nach oben. Dabei waren die Preiserhöhungen bei Canola in Kanada auf leichte gestiegene Preise für Soja- und Palmöl zurückzuführen. Dabei belasten Absatzsorgen den malaysischen Handel, weil die Covid19-Pandemie gerade Indiens öffentliche Leben und Wirtschaft lahmlegt. Die Trump-Regierung will Moskau zu 20 % Rohölfördermengenbegrenzung bewegen, um die drohende US-Pleitewelle für Schieferölproduzenten abzuwenden. Im Gegenzug verlangt Moskau die Aussetzung von Sanktionen und Handelskrieg für die Zeit der Coronavirus-Krise.

Die Canola- und Rapsmärkte setzten den Aufwärtstrend wieder fort. Winnipeg verzeichnete bei Canola ein Plus von 1,4 % auf 472 CAD/mt, Raps in Paris von 0,9 % auf 361 EUR/mt. In Kanada waren es stärkere Bevorratung der Lebensmittelindustrie auch bei pflanzlichen Ölen und ein Exportschub bei Canola nach Westeuropa. Laut Canadian Grain Commission legten die Canola-Exporte gegenüber der Vorwoche um 109.000 auf 335.400 mt zu. Die Kurse bei Palmöl gaben wieder nach, nachdem die März-Exporte stark einbrachen. Nach Angaben des Frachtdienstleisters ITS sank der Export in Malaysia in den ersten 20 Tagen des März um 21,15 % auf 644.421 mt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Starke Nachfragerückgänge aus Afrika, China, Indien, dem Mittleren Osten und den USA waren Gründe. Besonders die Covid19-Pandemie in Indien, dem weltgrößten Palmölimporteur mit einem jährlichen Nachfragebedarf von zuletzt 10 Mio. mt Palmöl, mit starken Einschränkungen im öffentlichen Leben und Verzögerungen bei der Entladung von Schiffen in den Häfen, macht dem malaysischen Handel schwer zu schaffen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

362,00

5,00

Mosel FOB

365,00

4,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

369,00

3,00

Hamm DDP

373,00

5,00

Mannheim DDP

368,00

4,00

Quelle: Handel

Ölschrote halten Rapsmarkt relativ stabil
Heftiger Druck kommt auch vom Rohöl, nachdem Saudi-Arabien mit Russland einen Preiskampf um Marktanteile austrägt, weil Moskau nicht zu Drosselungsvorschlägen Riads bereit war. Die Rohöl-Leitsorten tendierten bei BRENT am Morgen mit 23,1 USD/Barrel um 2,3 % schwächer, bei WTI aber mit 21,3 USD/Barrrel  um 3,9 % fester als am Vortag. Hintergrund ist dabei, dass US-Präsident Donald Trump versucht, Moskau zu gemeinsamen, abgestimmten Kürzungen von 20 % bei den Ölfördermengen zu bewegen. Die US-Schieferölproduzenten laufen in eine Pleitewelle, falls die Ölpreise sich nicht erholen. Russland hat den USA Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angeboten, aber gefordert, die Sanktionen und den Handelskrieg für die Zeit der Coronavirus-Krise auszusetzen. Aus Frankreich wurde bekannt, dass im April und Mai mehr Canolaimporte aus Kanada eintreffen, um Spitzenbedarf abzufangen. Der etwas niedrigere Eurokurs von etwa 1,10 USD/EUR unterstützte Raps leicht nach oben.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

705

Rapsöl FOB Hbg.

775

765

Palmöl CIF Rott. USD

640

620

Sonnenblumenöl USD FOB

695

680

Quelle: Handel

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