Raps: Regen kappt höhere Preisforderungen zur neuen Ernte

15. Juni 2020 um 16:39 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich leicht konträr, mit steigenden Notierungen in Winnipeg, allenfalls marginalen Kursbefestigungen in Paris. Der Palmöl- und Rohölmarkt setzte jedoch den Kassamarkt unter Druck. Auch verstärken sich die Befürchtungen hinsichtlich einer zweiten Corona-Welle, nachdem China beim jüngsten Aufflammen von Neuinfektionen in Peking der Stadt sofort in einen strikten Lockdown verordnete. Starkregen, Hagel und Sturm wüteten seit Freitag über weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens.

Canola legte am Nachmittag in Winnipeg mit 471,30 CAD/mt um 0,8 % gegenüber letztem Freitag zu. Raps notierte in Paris um 0,1 % fester bei 376,50 EUR/mt. In Kanada sorgte die Unsicherheit bezüglich des weiteren Wetterverlaufes und Short-Abdeckungen für festere Kurse, hieß es. Vor allem hatten die Anbauer mit übermäßiger Feuchtigkeit bei der Canola-Aussaat zu kämpfen, die nun weitestgehend abgeschlossen sein soll, sagten die Experten von MarketsFarm. Der Rohöl- und Palmölmarkt lieferte schwache Impulse. In Kuala Lumpur sank der August-Kontrakt für malaysisches Palmöl um 42 auf 2.329 Ringgit /mt. Der Rohölpreis gab für die Sorte WTI um 3,1 % auf 34,5 USD/Barrel und für Brent um 1,1 % auf 37,5 USD/Barrel nach. In Asien, Europa und in den USA erfuhren die Börsen eine massive Zurückstufung. Die Erholung der Wirtschaft in der Pandemie wird offenbar sehr viel länger dauern als gedacht. Auch verstärken sich die Befürchtungen hinsichtlich einer zweiten Corona-Welle. China hat beim jüngsten Aufflammen von Neuinfektionen in Peking die Stadt sofort in einen strikten Lockdown geführt. Ein derartig konsequentes Durchgreifen wäre in Europa und in den USA wohl kaum durchsetzbar, meinten Experten des Mineralöl-Handels. 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

365,00

1,00

Mosel FOB

377,00

2,00

Hamburg CIF

374,00

-1,00

Neuss DDP

382,00

-3,00

Hamm DDP

390,00

-1,00

Mannheim DDP

382,00

0,00

Quelle: Handel

In Westeuropa steuert Kassamarkt auf neue Ernte zu
Der westeuropäische Rapsmarkt zeigte leichte Unterschiede. In Frankreich zog Raps am Kassamarkt um 1 bis 2 EUR/mt an, dabei stützte der leichte schwächere Eurokurs den Markt. In Deutschland bewegen sich der Kassamarkt auf die neue Ernte zu, die etwas schwächer als der Junitermin bewertet wurde  Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm wüteten seit Freitag über weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens, was mit Niederschlagsmengen von 20 bis 60 l/qm, lokal von sogar 100 l/qm, für begrenzte Nässe- und Überschwemmungsschäden geführt haben dürfte. Auch soll es die Woche regnerisch bleiben, was dem Rapsanbau in zu trockenen Gebieten zugutekommen dürfte. Ukrainischer Raps wurde zuletzt für neue Erntetermine unverändert mit 407 USD/mt Fob Odessa angeboten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

735

Rapsöl FOB Hbg.

835

843

Palmöl CIF Rott. USD

615

602

Sonnenblumenöl USD FOB

795

795

Quelle: Handel

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.05.2026
SOFIA/KYJIW. Die Saison 2025/2026 schreitet stetig voran. Mit jedem Monat der vergeht, bevor die neue Ernte im Sommer verfügbar wird, verringern sich die ohnehin schon knappen Bestände weiter.
Nüsse
18.05.2026
NEU-DELHI. Die indische Regierung verkauft ihre Erdnussbestände teurer als erwartet, was dem Markt eine gewisse Unterstützung bietet. Geopolitische Faktoren erschweren zudem den Import anderer Speiseöle. Dennoch könnte es bald zu Preisrückgängen kommen.
Ölsaaten
14.05.2026
NEU-DELHI/DODOMA. In Tansania wurde letzte Woche die Sesamsaison 2026/27 eröffnet, und die Erzeuger zeigen sich optimistisch bezüglich der Preisentwicklung. In Indien zeigt die Sommerernte ein uneinheitliches Bild. Chinas hohe Bestände dämpfen die Kaufaktivität.
Ölsaaten
13.05.2026
WASHINGTON/SOFIA. Der aktuelle WASDE-Bericht wartet mit einer Rekordprognose für die weltweite Sonnenblumenkernente 2026/2027 auf. Die Preise für neue Ernte liegen in Bulgarien schon jetzt auf einem hohen Niveau.