Raps: Nordamerika erwartet eine zweite Pandemie-Welle

24. März 2020 um 17:13 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps werden steigen, weil die Nachfrage der Industrie wegen gestiegenen Verbrauchs höhere Lagerbestände an Ölen, Fetten, Mehlen und Ölschroten anlegen wird, um in Notfällen auf höhere Reserven zurückgreifen zu können. Hamsterkäufe haben den Lebensmittelmarkt inzwischen weltweit im Griff, immer mehr Länder wie zuletzt Indien und Südafrika verhängen Ausgangssperren, um die Pandemie zu verzögern.

Der Raps- und Canolamarkt setzte den leicht entgegen gesetzten Kursverlauf zwischen Paris und Winnipeg fort. An der ICE wurde der Canola-Kurs durch die starke Inlandsnachfrage nach essentiellen Agrarrohstoffen wie Weizen und Canola getrieben. Kanadas Handel erwartet hohe Preisanstiege deshalb, weil Wissenschaftler bereits vor der zweiten Covid19-Ansteckungswelle warnen. „Es wird sehr wahrscheinlich eine zweite Welle von Covid19-Fällen geben, wenn die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung aufgehoben werden, sagte Dr. Isaac Bogoch vom Toronto General Hospital Research Institute gegenüber der Presse. Insofern stellt sich Nordamerikas Bevölkerung bereits darauf ein, dass eine zweite Pandemie-Welle folgen wird. Ölmühlen, Mehlmühlen, Backindustrie und Lebensmittelhandel fahren die Produktion hoch, um genügend Reserven für Produktions- und Logistikausfälle in Reserve zu haben. Die Vermietung von Lagerraum boomt, weil die Industrie in der Vergangenheit zu wenig Lagerkapazität vorgehalten hatte.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

351,00

1,00

Mosel FOB

355,00

1,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

358,00

2,00

Hamm DDP

360,00

2,00

Mannheim DDP

356,00

3,00

Quelle: Handel

Rapsschrot steigt um über 4 %
In Westeuropa registrieren die Ölmühlen inzwischen nicht nur für Raps-, sondern auch für Sojaschrot Hamsterkäufe bei Mischfutterunternehmen. Das Angebot ist derzeit nicht wirklich groß, treffen Schiffsladungen aus Brasilien und Argentinien wegen der Covid19-Pandemie in Südamerika reichlich verzögert ein, hieß es beim Handel. Die Tierbestände in den Veredlungszonen in Nordwestdeutschland, Holland und Dänemark sowie auch im spanischen Katalonien und in Nordwest-Frankreich, sind auch kontinuierliche Belieferung von Tierfutter angewiesen, um die Produktion am Laufen zu halten und vor allem die Tiere zu versorgen. Insofern forderten die EU-Verbände COCERAL und FEDIOL die EU-Kommission auf, angesichts der zunehmenden Logistikprobleme Tierfutter in die Liste der wesentlichen Güter aufzunehmen, hieß es beim Handel. Diese Maßnahme wurde in Spanien, Italien und Belgien bereits eingeführt und sollte möglichst EU-weit Anwendung finden. „Die EU-Lebensmittelindustrie ist sich der Notwendigkeit einer strengen Politik zur Eindämmung der Verbreitung von Coronaviren in der EU bewusst. Gleichzeitig ist es notwendig, das Wohlergehen von Nutztieren zu gewährleisten und die Logistik so wichtiger Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier während der durch COVID-19 verursachten Krise nicht zu stören “, sagte FEFAC-Präsident Nick Major gegenüber der Presse. Die Preise für Rapsschrot legten am Niederrhein um 4,3 % auf 242 EUR/mt ex Works Ölmühle zu.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

705

Rapsöl FOB Hbg.

775

780

Palmöl CIF Rott. USD

630

630

Sonnenblumenöl USD FOB

685

685

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.