Raps: Millionenschwere Hilfen in Kanada

6. Mai 2020 um 17:01 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten an den Terminbörsen weitestgehend unverändert. Aber am Kassamarkt legte Raps leicht zu, unterstützt durch höhere Rohölpreise. Mit einiger Verwunderung beobachtet der Handel den Rohölpreisanstieg der letzten Tage, wobei der Kurs seit 22. April bis heute um 89,6 % wieder zulegte. Kanadas Regierung greift Industrie und Farmern zur Bewältigung der Covid19-Folgen mit millionenschweren Hilfen unter die Arme.

In Winnipeg zog der Fronttermine für Canola am Nachmittag marginal auf 461,30 CAD/mt an. Auch Raps legte in Paris nur schwach auf 369,00 EUR/mt zu. Kanadas Handel berichtete, dass ein Großteil der letztjährigen Canola-Ernte, die wegen Wintereinbruch auf dem Feld belassen werden musste, in den Provinzen Alberta und Saskatchewan vollständig geborgen werden konnte. In Kanada stand zudem die Anbauschätzung zur neuen Canola-Ernte an, die morgen veröffentlicht werden soll. Die derzeitigen Anbauerwartungen liegen zwischen 20,5 bis 22 Mio. Acres, gegenüber knapp 21 Mio. Acres im Vorjahr. Große Änderungen im Anbau sind vorerst nicht zu erwarten, ist der Canola-Absatz nach China lange nicht auf dem Stand wie vor der Huawei-Krise. In Kanada wurde bekannt, dass Premierminister Justin Trudeau, dessen Ehefrau leider auch an Covid19 erkrankt war, mit gut 252 Mio. US-Dollar Farmern und Verarbeitern zur Hilfe kommen will, um die Folgen und Ausfälle durch die Pandemie abzumildern. Der Agrarsektor gilt in Kanada als ein wesentlicher Wirtschaftszweig, bei dem vor allem die Fleisch- und Milchindustrie vorübergehend schließen musste.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

367,00

5,00

Mosel FOB

372,00

5,00

Hamburg CIF

362,00

2,00

Neuss DDP

381,00

1,00

Hamm DDP

384,00

1,00

Mannheim DDP

383,00

1,00

Quelle: Handel

Festere Impulse vom Rohöl
Mit einiger Verwunderung beobachtet der Handel den Rohölpreisanstieg der letzten Tage, wobei der gemittelte Kurs seit 22. April bis heute immerhin um 89,6 % wieder zulegte. Der Ölhandel meinte, dass sich zunehmende Nachfrage durch Lockerungen beim Lockdown und stark verringerte Ölförderung einander im Juni angleichen werden und sich bis zum Jahresende sogar ein Bestandsabbau abzeichnen könnte, sofern die OPEC-Länder die Drosselungen durchführen. Dies würde den Biodieselmarkt bereits im Juni unterstützen. Vom Palmöl wuchs jedoch der Druck auf Canola-Öl, sank der Juli-Kontrakt in Kuala Lumpur um 29 auf 1.946 Ringgit/mt. In Malaysia war die Produktion im April um 19 % gestiegen, was Bloomberg bestätigte, wonach die Lagerbestände um 9,2 % auf 1,89 Mo. mt anstiegen und den höchsten Stand seit Dezember erreichten. Laut Verlader Amspec nahm China nur 1,06 % mehr Palmöl ab, was aufgrund der niedrigen Importe im März und Februar kein Absatzpotential darstellte.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

685

Rapsöl FOB Hbg.

795

795

Palmöl CIF Rott. USD

530

530

Sonnenblumenöl USD FOB

720

720

Quelle: Handel

 

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