Raps: Der Marktausblick für Pflanzenöle ist alles andere als rosig

9. April 2020 um 15:57 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps zeigten am Nachmittag leichten Auftrieb. Wesentlicher Preisfaktor blieb Rohöl. Obwohl die gigantische Rohölschwemme kaum über Regulierungen der Fördermenge eingedämmt werden kann, blieb der Handel optimistisch, dass sich der Rohölpreis zumindest graduell nach oben entwickeln wird. Unterstützung kam zeitweilig vom Palmöl, wuchsen die Befürchtungen über Quarantäne-Ausweitungen bei Palmöl-Plantagen in Malaysia.

Die Märkte für Canola und Raps zeigten am Nachmittag leichte Kursgewinne. In Paris stieg Raps um 0,4 % auf 372,50 EUR/mt. In Winnipeg setzte Canola um 0,6 % auf 464,60 CAD/mt hoch. Wesentlicher Preisfaktor blieb Rohöl. Heute soll die OPEC-Plus-Gruppe über eine Videokonferenz über eine Drosselung der Rohöl-Fördermenge beschließen. Die Rede ist von 10 Mio. Barrel/Tag, der Nachfrageausfall durch die Covid19-Pandemie lag zuletzt global bei 30 Mio. Barrel/Tag. Der Handel erwartet, dass der weltweite Tagesverbrauch an Rohöl von 100 auf 65 Mio. Barrel/Tag sinken wird. Dann wäre es zweitrangig, wie hoch der OPEC-Cut ausfiele. Trotzdem blieb der Handel optimistisch, dass sich der Rohölpreis zumindest graduell nach oben entwickelt. Der zweite Faktor betraf den Palmölmarkt. Spekulanten erwarten, dass durch die stark verminderte Palmölproduktion Malaysias die Kurse in Kuala Lumpur wieder steigen werden, der pandemiebedingte Einfuhrstopp nach Indien nicht zulange anhalten wird. Offenbar wird dabei übersehen, dass Chinas Palmölreserven Ende Februar mit 1,05 Mio. mt den höchsten Stand seit 2018 erreicht haben. Laut Experten der indischen Vereinigung der Lösungsmittelextraktoren hat Indien im März 2020 den Import von Pflanzenölen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 % von 1,39 Mio. mt auf 941.200 mt reduziert. Insofern bleibt es sehr fragwürdig, ob die Preise für Pflanzenöl überhaupt wesentlichen Spielraum nach oben haben, wenn die Nachfrage auch pandemiebedingt in Teilen Asiens zurückfiel.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

368,00

2,00

Mosel FOB

373,00

2,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

379,00

1,00

Hamm DDP

383,00

2,00

Mannheim DDP

379,00

1,00

Quelle: Handel

EU-Importe bei Raps lassen stark nach
Die EU-Importe für Raps und Canola haben nach Angaben der EU-Kommission in den letzten Wochen stark abgenommen. Die Rabatte für kanadische Canolasaat wären immer weiter abgeschmolzen, hieß es aus Frankreich. Die Ölmühlen arbeiteten kaum mehr mit kostendeckenden Margen. Der eingebrochene Biodieselverbrauch sorgt für starken Preisdruck für Raps- und Sojaöl sowie auch Palmöl. Laut Oil World könnte die Biokraftstofferzeugung in der EU im Kampagneverlauf um 1,3 Mio. mt auf 13,2 Mio. mt sinken und würde damit um 1,6 Mio. mt unter 2019 bleiben. Auf einem anderen Blatt steht die Entwicklung der Rapsernten in Europa. Frankreichs Analyst Tallage ging zuletzt von einer EU-Rapsernte von 17,59 Mio t aus, gut 460.000 t niedriger als im März.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

710

Rapsöl FOB Hbg.

802

793

Palmöl CIF Rott. USD

625

615

Sonnenblumenöl USD FOB

740

730

Quelle: Handel

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