Raps: Der Markt geht in Warteposition

21. April 2020 um 16:31 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gerieten wegen der Eskalation am Rohölmarkt unter Druck. Dabei erlebte der Rohölmarkt ein Waterloo, erzielte WTI erstmals einen Negativ-Preis in der Geschichte der Öl-Futures. Aus Kanada wurde nur bekannt, dass die Ergebnisse der Flächenerhebung zur Canolaernte wegen der Covid19-Pandemie nur verspätet bekanntgegeben werden können. Auch die Nachricht Malaysias, das angekündigte B20-Programm auf unbestimmte Zeit zu verschieben, brachte den Markt unter Druck.

In Winnipeg gab Canola am Nachmittag um 1,4 % auf 448,80 CAD/mt nach, in Paris fiel Raps um 1,3 % auf 367,25 EUR/mt. Maßgebend war die Eskalation am Rohölmarkt. Dabei erzielte die Ölsorte WTI erstmals einen Negativ-Preis in der Geschichte der Öl-Futures. In der Spitze notierte Rohöl beim Termin Mai bei -37 USD/Barrel. Überquellende Rohöllager wegen der Beschränkungen durch die Covid19-Pandemie machen Exportlieferungen weltweit unmöglich, weil die Läger der Raffinerien bis zum Anschlag gefüllt sind. US-Präsident Donald Trump will 75 Mio. Barrel Rohöl in die strategische Reserve übernehmen, um den Markt zu stabilisieren. Zudem erwäge Trump, saudi-arabische Rohöllieferungen zu stoppen. Es schwimmen derzeit 20 Supertanker, randvoll mit unverkauftem Rohöl, auf den Weltmeeren, hieß es. Dies brachte auch den Raps- und Canolamarkt stark unter Druck. Aus Kanada wurde nur bekannt, dass die Ergebnisse der Flächenerhebung zur Canolaernte wegen der Covid19-Pandemie nur verspätet bekanntgegeben werden können. Laut Canadian Grain Commission (CGC) lieferten Kanadas Farmer in der Woche bis 12. April 398.000 mt Canola an den Handel, was ein Plus von 18,6 % zur Vorwoche entsprach. Die Inlandsnachfrage stieg um 28,7 % auf 217.000 t. Laut CGC gingen die Exporte mit 262.000 mt im gleichen Berichtszeitraum um 4 % zurück.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

367,00

0,00

Mosel FOB

372,00

0,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

373,00

-7,00

Hamm DDP

373,00

-7,00

Mannheim DDP

373,00

-7,00

Quelle: Handel

Palmöl geriet massiv unter Druck
Die Palmöl-Kontrakte an der Börse in Kuala Lumpur starteten mit roten Vorzeichen und schlossen beim meistgehandelten Julikontrakt mit einem Verlust von 168 auf 2.064 Ringgit/mt. Jüngsten Umfragen zufolge erwarten Frachtdienstleister im April Exportzuwächse zwischen 4,5 und 7,4 %. Allerdings kehrte die Nachricht über einen fallenden Pflanzenölbedarf in Indien im Zuge der Corona-Krise den Aufwärtstrend ins Gegenteil um. Auch die Nachricht Malaysias, das angekündigte B20-Programm auf unbestimmte Zeit zu verschieben, brachte den Markt unter Druck. Weder alt- noch neuerntige Ware wechselte physisch den Besitzer, hieß es beim Handel. In Deutschland halten sich Erzeuger mit Kontraktabschlüssen über die kommende Ernte sehr zurück, wegen der Unsicherheit über die diesjährige Rapsernte und der starken Preisschwankungen in dieser und letzter Saison. Regional wurden letzte Woche Frostschäden gemeldet, vereinzelt auch von vermehrtem Schädlingsbefall durch Rapsglanzkäfer- und Kohlschotenrüssler berichtet.  

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

710

Rapsöl FOB Hbg.

800

800

Palmöl CIF Rott. USD

555

560

Sonnenblumenöl USD FOB

745

740

Quelle: Handel

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