Raps: Markt stemmt sich gegen Indiens Nachfrage-Einbruch

15. April 2020 um 17:10 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten seitwärts. In Kanada stützte ein schwächerer Loonie den Markt. Die Restmengen der alten Conalernte werden derzeit geborgen. Indiens Regierung verlängerte die Quarantäne bis zum 3. Mai, wodurch die Nachfrage nach Pflanzenölen weiter zurückfallen dürfte. In Westeuropa ist der Bedarf von Raps der Ölmühlen aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Biodiesel kleiner geworden. Die neue Rapsernte wird noch nicht besprochen.

Die Märkte für Canola und Raps zeigten im Handelsverlauf wenig Preisänderung. In Paris stieg Raps um 0,1 % auf 369,50 EUR/mt, in Winnipeg holte Canola um 0,3 % auf 459,90 CAD/mt auf. Kanadas Handel beunruhigte der Absatzeinbruch bei Restaurantfleisch, den Experten der Rabobank im März für die USA und Kanada auf 30 % geschätzt hatten. In Teilen Kanadas, wie in Saskatchewan, konnte die Canola-Ernte fortgesetzt werden, die wegen frühem Wintereinbruch im Vorjahr abgebrochen werden musste. Der Handel rechnet mit 10 bis 15 % Aufkommen aus der letzten Ernte, die noch an den Markt kommen dürfte. Druck kam vom Palmöl, wobei das Malaysia Palm Board für März überraschend einen Anstieg der malaysischen Palmölproduktion um 8,44 % auf 1,397 Mio. mt auswies. Dadurch stiegen Malaysias Palmölbestände um 1,67 % auf 1,729 Mio. mt. Die Produktion legte trotz Schließung etlicher Plantagen wegen verhängter Quarantänen zu. Indiens Regierung verlängerte die Quarantäne bis zum 3. Mai, wodurch die Nachfrage nach Pflanzenölen weiter zurückfallen dürfte. Indien verschärfte zudem die Einfuhr von raffinierten Ölen, um die heimische Industrie zu schützen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

365,00

-3,00

Mosel FOB

373,00

0,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

376,00

-1,00

Hamm DDP

379,00

-2,00

Mannheim DDP

377,00

0,00

Quelle: Handel

Neue Rapsernte noch nicht im Gespräch
Chinas Palmöl-Reserven hatten Ende Februar mit 1,05 Mio. mt den höchsten Stand seit 2018 erreicht. Insofern bleibt es sehr fragwürdig, ob die Preise für Pflanzenöl überhaupt wesentlichen Spielraum nach oben haben. Die von der OPEC-Plus-Gruppe beschlossene Senkung der Rohöl-Fördermenge um 9,7 Mio. Barrel/Tag, in den USA und Kanada von 3,7 Mio. Barrel/Tag sowie anderen Öl-Ländern von 1,3 Mio. Barrel/Tag, wird nach Ansicht des Handels nicht ausreichen, um den Nachfrage-Einbruch durch die Covid19-Pandemie von 30 bis 35 Mio. Barrel/Tag auszugleichen. In Westeuropa ist der Bedarf von Raps der Ölmühlen aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Biodiesel kleiner geworden. Die neue Rapsernte wird noch nicht besprochen. Frankreichs Analyst Tallage ging zuletzt von einer EU-Rapsernte von 17,59 Mio. mt aus, gut 460.000 mt niedriger als im März. Laut Oil World könnte die Biokraftstofferzeugung in der EU im Kampagneverlauf um 1,3 Mio. mt auf 13,2 Mio. mt sinken und würde damit um 1,6 Mio. mt unter 2019 bleiben.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

715

Rapsöl FOB Hbg.

801

797

Palmöl CIF Rott. USD

608

607

Sonnenblumenöl USD FOB

738

740

Quelle: Handel

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