Raps: Der letztjährige Markt könnte sich wiederholen

2. Juni 2020 um 17:10 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich einmal wieder gegenläufig. In Kanada verlor die Canola-Saat, weil der Handel mit steigenden Lagervorräten wegen fehlender Exporte nach Kanada rechnen muss. Nachdem Kanadas Gerichte eine Auslieferung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in die USA bald zulassen könnten, macht Peking ordentlich Druck. Der Palmölmarkt Malaysias könnte im Juni geringere Erträge zeigen. Der gestiegene Eurokurs setzte EU-Raps kräftig unter Druck.

Canola sank am Nachmittag in Winnipeg um 0,8 % auf 458,30 CAD/mt gegenüber letztem Freitag. Raps stieg in Paris um 1,0 % auf 373,25 EUR/mt. Aus Kanada war zu erfahren, dass sich das Tempo bei der Canola-Aussaat wegen Regenschauern wieder verzögert hat und das avisierte Anbauziel von StatsCan wahrscheinlich nicht einzuhalten ist. In Kanada wuchs der Druck auf Canola wegen Exporthemmnissen nach China, nachdem Kanadas Gerichte eine Auslieferung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in die USA bald zulassen könnten. Dem Handel ist klar, dass der hohe Canola-Überschuss Kanadas nur in andere Länder Asiens und in die EU umgelenkt werden kann. Problem ist, das kanadischer GVO-Raps ausschließlich für technische Zwecke und zur Biodieselproduktion herangezogen werden darf. Die Biodieselnachfrage sprang für Liefertermine ab Sommer wieder etwas an, ist aber weit entfernt von Vorjahreswerten. Trotzdem werden die großen Händler Richardson International und Viterra den Export in die EU wohl stärker ins Visier nehmen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

366,00

1,00

Mosel FOB

371,00

1,00

Hamburg CIF

373,00

1,00

Neuss DDP

381,00

3,00

Hamm DDP

389,00

3,00

Mannheim DDP

389,00

3,00

Quelle: Handel

Malaysia rechnet mit Produktionsdrosselung im Juni
Auf einem anderen Blatt steht der Palmölmarkt. Indonesien konzentriert sein Palmöl-Angebot weiterhin auf die interne Nachfrage nach Biokraftstoffen. Malaysisches Palmöl schloss höher auf Nachrichten über mehr Nachfrageinteresse aus Indien und China sowie wegen einer geringeren Palmöl-Produktion in Süd-Malaysia. Die Palmöl-Exporteure hatten auf bessere Nachfrageimpulse der Importländer wie USA und EU gehofft, da die Weltwirtschaft nach Lockerung des Lockdowns wieder langsam in Schwung käme, so der Handel. Doch die Weltwirtschaft springt nur verzögert wieder an. Am hiesigen Kassamarkt blieb das Geschäft, sowohl mit Restmengen aus der alten Ernte als auch zur neuen Ernte, unterentwickelt. Der Rohölmarkt hat sich in den letzten Wochen wieder erholt. Händler gehen davon aus, dass Angebot und Nachfrage schneller wieder in Einklang gebracht werden können, als bisher vermutet wurde. Frankreichs Analyst Tallage hat seine Schätzung zur EU-Rapsproduktion um 300.000 mt auf 16,7 Mio. mt gesenkt, die niedrigste Ernte seit fast fünfzehn Jahren.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

725

Rapsöl FOB Hbg.

825

836

Palmöl CIF Rott. USD

565

575

Sonnenblumenöl USD FOB

765

785

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
01.10.2026
DALIAN. In China ist die Produktionsprognose für Sojabohnen nicht ganz so relevant wie andere Faktoren. Es wird erwartet, dass sich die Trends in der neuen Saison gegensätzlich werden.
Ölsaaten
01.10.2026
ABUJA/NEU-DELHI. In Nigeria trifft die neue Ernte in den Handelsmärkten ein. In Indien ist die Kharif-Aussaat so quasi abgeschlossen. Chinas Sesamimporte liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.
Ölsaaten
30.09.2026
SOFIA/KYJIW. Das Eintreffen der neuen Ernte setzt die Sonnenblumenkernpreise im bulgarischen Markt unter Druck. In der Ukraine ist die Ernte zu rund einem Drittel eingefahren. EU-Länder haben ihre Importe seit Anfang Juli um fast 80% gesteigert.
Ölsaaten
30.09.2026
OTTAWA/ASTANA. Kanadische Bauern konnten auch in diesem Jahr gute Erträge erzielen. Hohe Überhangbestände aus dem Vorjahr bilden ein zusätzliches Versorgungspolster. Die Preise für kanadische Leinsaat bleiben so günstig wie seit Jahren nicht mehr.