Raps: Kanada erhöht den Exportdruck bei Canola

19. März 2020 um 17:21 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps konnten sich befestigen. Unterstützung lieferte ein festerer Kursverlauf bei US-Sojabohnen in Chicago. In Kanada fielen die Crush-Margins stark zurück, was den Exportdruck Kanadas bei Canola in der ersten Märzhälfte erhöhte. Heftiger Druck für die Ölsaat kam vom Rohölmarkt mit Kursverlusten in der Spitze von 24 %. Malaysia und Indonesien wollen die Palmöl-Produktion drosseln, wegen der Covid19-Pandemie und gesunkener Palmöl-Nachfrage.

Der Raps- und Canolamarkt legte wieder den Vorwärtsgang ein. Dabei stieg Canola am Nachmittag in Winnipeg mit 463,30 CAD/mt um 1,2 % zum Vortag. Auch Raps machte beim Fronttermin bei 347,75 EUR/mt gut 1 % Kursanstieg gut. Unterstützung kam von US-Sojabohnen. In Kanada selbst verhalf ein schwächerer Loonie zu weiterem Kursanstieg bei Canola, fiel dieser unter 70 Cent. Laut Handel dürften wegen der Covid19-Pandemie die Grenzübergänge zwischen den USA und Kanada in Kürze geschlossen werden. Weiterhin belastet der extreme Preisverfall bei Rohöl die Verwertung über Rapsöl und Biodiesel. Dabei verlor die Rohölsorte Brent gestern bis auf 25 USD/Barrel und WTI rutschte auf knapp über 20 USD/Barrel ab. Der Shutdown in Nordamerika und in Westeuropa senkt den Rohölverbrauch dramatisch. Analysten erwarten, dass die Rohölschwämme im März und April zum absoluten Preistief bei Rohöl führen wird, wie es die Welt noch nicht erlebt hat. In Kanada wurde der Markt zuletzt durch schlechte Margen der Ölmühlen belastet, wodurch mehr Canola in den Export drückte, im März bis zur Monatsmitte immerhin 450.000 mt. Der Markt bleibt also höchst volatil.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

346,00

0,00

Mosel FOB

350,00

0,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

353,00

0,00

Hamm DDP

355,00

0,00

Mannheim DDP

351,00

0,00

Quelle: Handel

Sorge um Logistik wächst bei Handel und Industrie
Dass sich der Rapsmarkt zuletzt leicht erholen konnte, lag daran, dass die zwei wichtigen Palmöl-Produktionsländer Malaysia und Indonesien die Produktion zurückfahren werden. Die Regierungen haben Maßnahmen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie beschlossen. Nach Aussagen von Herstellern müssen die Palm-Plantagen bis zum 31. März schließen. Der Handel ging davon aus, dass die Palmölproduktion im März um 700.000 mt sinken dürfte, was die Palmöl-Bestände am Ende des Monats von 1,68 Mio auf etwa 1,0 Mio t senken sollte. In Frankreich und auch in Deutschland haben die Ölmühlen das tiefe Preisniveau an der MATIF für Kursabsicherungen bis weit in die neue Ernte genutzt. Am Kassamarkt gab es keine Abgeber zu diesem Preisniveau. In der EU befürchten Handel und Industrie zunehmende Logistikprobleme, was zu höherer Bevorratung der Lebens- und Futterindustrie führen dürfte. Die Corona-Krise sorgte in Westeuropa zuletzt für kilometerlange Staus an den Grenzübergängen nach Polen, Tschechien, Dänemark, Frankreich und Österreich.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

655

675

Rapsöl FOB Hbg.

805

851

Palmöl CIF Rott. USD

605

615

Sonnenblumenöl USD FOB

680

690

Quelle: Handel

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