Raps: Huawei-Krise mit China flammt wieder auf

28. Mai 2020 um 17:17 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gaben deutlich nach, nachdem der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou nun die Auslieferung nach Amerika bevorstehen könnte. Denn eine kanadische Richterin wies Mengs Antrag auf eine Einstellung des Verfahrens am Mittwoch in Vancouver ab. Kanadas Handel nahm dieses Urteil mit Schaudern zur Kenntnis, dürfte China neue Strafmaßnahmen gegen Kanada ergreifen. Die Palmölimporte in die EU haben kräftig zugenommen.

Canola sank am Nachmittag in Winnipeg um 1,1 % auf 461,30 CAD/mt gegenüber gestern. Raps gab in Paris um 1,1 % auf 373,00 EUR/mt nach. Kanada erlebte eine folgenschwere Entscheidung in der Huawei-Krise mit China. Seit über einem Jahr steht Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada unter Hausarrest. Amerikanische Behörden werfen ihr Bankbetrug vor. Nach einem Gerichtsentscheid in Vancouver könnte ihr nun die Auslieferung nach Amerika bevorstehen. Die zuständige Richterin Heather Holmes vom Supreme Court of British Columbia wies Mengs Antrag auf  Einstellung des Verfahrens in Vancouver ab. Bei einer Verurteilung in den USA könnte Meng eine lange Haftstrafe drohen. Kanadas Handel nahm dieses Urteil mit Schaudern zur Kenntnis. Da die Canola-Ausfuhren nach China in diesem Jahr stark eingeschränkt wurden, werden die Märkte nun sehen, welche Strafmaßnahmen China gegen Kanada ergreifen könnte, hieß es. Das bedeutet, Kanada muss seine Canola-Exporte in Richtung EU erhöhen. Die Canola-Preise werden fallen, bevor diese wieder steigen, sagte der Handel. Die großen Händler Richardson International und Viterra werden den Export in die EU ins Visier nehmen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

372,00

0,00

Mosel FOB

377,00

0,00

Hamburg CIF

375,00

0,00

Neuss DDP

383,00

-4,00

Hamm DDP

390,00

-4,00

Mannheim DDP

385,00

-4,00

Quelle: Handel

Rückläufige Rapsanlieferung im Deutschland
In der EU blieb der stockende Absatz von Rapsöl ein Problem. Im ersten Quartal 2020 wurden durchschnittlich 703.800 mt Raps von deutschen Ölmühlen verarbeitet, rund 8 % weniger als im Vorjahresquartal. Die Raps-Anlieferung belief sich im ersten Quartal 2020 auf 713.800 mt, im Vorjahr waren es 100.000 mt mehr. Die Mengen an Import-Raps sind um 121.000 mt auf 351.300 mt gefallen. Dafür importierte die EU und auch Deutschland zuletzt mehr Palmöl. Nach den niedrigsten Biodieselexporten seit mehr als vier Jahren im April soll der Mai-Export in Malaysia um das Zwei- bis Dreifache auf 15.000 bis 20.000 mt steigen. Die ersten 20 Tage des Exports im Mai haben sich nach Angaben der ITS-Frachtumfrage im Vergleich zu April um mehr als das Vierfache auf 14.400 mt erhöht. Über 90 % der Fracht war für die EU bestimmt, der Rest für Asien-Ozeanien. Dabei hoffen Marktteilnehmer, dass die Nachfrage nach Biodiesel durch die Lockerungsmaßnahmen der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen wieder anspringt, bisher ist nichts davon zu spüren.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

725

725

Rapsöl FOB Hbg.

836

827

Palmöl CIF Rott. USD

575

530

Sonnenblumenöl USD FOB

785

765

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
01.10.2026
DALIAN. In China ist die Produktionsprognose für Sojabohnen nicht ganz so relevant wie andere Faktoren. Es wird erwartet, dass sich die Trends in der neuen Saison gegensätzlich werden.
Ölsaaten
01.10.2026
ABUJA/NEU-DELHI. In Nigeria trifft die neue Ernte in den Handelsmärkten ein. In Indien ist die Kharif-Aussaat so quasi abgeschlossen. Chinas Sesamimporte liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.
Ölsaaten
30.09.2026
SOFIA/KYJIW. Das Eintreffen der neuen Ernte setzt die Sonnenblumenkernpreise im bulgarischen Markt unter Druck. In der Ukraine ist die Ernte zu rund einem Drittel eingefahren. EU-Länder haben ihre Importe seit Anfang Juli um fast 80% gesteigert.
Ölsaaten
30.09.2026
OTTAWA/ASTANA. Kanadische Bauern konnten auch in diesem Jahr gute Erträge erzielen. Hohe Überhangbestände aus dem Vorjahr bilden ein zusätzliches Versorgungspolster. Die Preise für kanadische Leinsaat bleiben so günstig wie seit Jahren nicht mehr.