Raps: Grenzübergänge zwischen USA und Kanada faktisch geschlossen

25. März 2020 um 17:13 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gaben nach, obwohl die Preise für pflanzliche Öle leicht, die für Ölschrote massiv anstiegen. Der festere Eurokurs war der Grund für fallende Preise. Auch in Nordamerika spitzt sich die Lage bei der Covid19-Pandemie zu, sind die Grenzübergänge zwischen den USA und Kanada faktisch geschlossen. Es lag zuletzt im Ermessen der US-Grenzbeamten, Lieferverkehr für Landwirtschaft und Industrie durchzuwinken oder abzulehnen. Ölmühlen, Mehlmühlen, Backindustrie und Lebensmittelhandel fahren die Produktion weiter hoch, um genügend Reserven für Produktions- und Logistikausfälle in Reserve zu haben.

Der Canolamarkt blieb in Kanada stabil, Raps konnte nach Preiseinbruch am Morgen im späteren Handelsverlauf wieder aufholen. Bei Kanadas Handel hieß es, der  wieder etwas festere Kursverlauf für Palmöl in Malaysia und Kursanstieg auch bei Sojaöl, hätten den Canola-Preis gestützt. Auch das in den USA vom US-Senat bewilligte 2 Millionen US-Dollar schwere Konjunkturpaket hätte positive Auswirkungen für die Agrarmärkte in Nordamerika gehabt. Aber der Handel kommt zwischen den USA und Kanada langsam zum Erliegen, denn die Grenzübergänge wurden auf der US-amerikanischen Seite faktisch geschlossen. Es lag zuletzt im Ermessen der US-Grenzbeamten, Lieferverkehr für Landwirtschaft und Industrie durchzuwinken oder abzulehnen, sagten Experten von MarketsFarm. Vor allem den Saatgutverkehr, Düngemittellieferungen und Maschinenbestellungen betreffen derzeit die Kontrollen und wiegen für die Farmer schwer. Der Transport aus Manitoba und anderen Bezirken Kanadas zu den Exporthäfen verläuft noch relativ reibungslos, aber wie lange noch. In den USA schreitet die Covid19-Pandemie in großen Schritten fort, auch Kanadas Wirtschaft leidet zunehmend unter der schlimmen Pandemie. Ölmühlen, Mehlmühlen, Backindustrie und Lebensmittelhandel fahren die Produktion weiter hoch, um genügend Reserven für Produktions- und Logistikausfälle in Reserve zu haben. Die Vermietung von Lagerraum boomt, weil die Industrie in der Vergangenheit zu wenig Lagerkapazität vorgehalten hatte.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

348,00

-3,00

Mosel FOB

352,00

-3,00

Hamburg CIF

350,00

-

Neuss DDP

354,00

-4,00

Hamm DDP

357,00

-3,00

Mannheim DDP

353,00

-3,00

Quelle: Handel

Rapsschrot steigt weiter
Auch bei Canola ist wegen zurückgehender EU-Importe mit kleinerem Angebot in den nächsten Wochen bei uns zurechnen, wenn die Pandemie weiterhin anhält, wovon derzeit auszugehen ist. Dies könnte sich im April und Mai in kleineren Schiffsankünften niederschlagen, hieß es beim Handel. Knapp sind vor allem die Ölschrote. Die Preise für Rapsschrot legten am Niederrhein um 1,6 % auf 246 EUR/mt ex Works Ölmühle zu. Bei vergleichsweise geringen physischen Beständen ist die Mischfutterindustrie anfällig für Lieferunterbrechungen, dies gelte in Deutschland ebenso wie in Frankreich und Spanien.  Insofern forderten die EU-Verbände COCERAL und FEDIOL die EU-Kommission auf, angesichts der zunehmenden Logistikprobleme Tierfutter in die Liste der wesentlichen Güter aufzunehmen. Diese Maßnahme wurde in Spanien, Italien und Belgien bereits eingeführt und sollte möglichst EU-weit Anwendung finden.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

705

Rapsöl FOB Hbg.

770

775

Palmöl CIF Rott. USD

600

630

Sonnenblumenöl USD FOB

685

685

Quelle: Handel

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