Raps: Geschäft für neue Ernte springt nicht an

9. Juni 2020 um 17:16 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten schwächer, nachdem die Preise für Rohöl und Palmöl wieder nachgaben. Indien war für Palmöl wegen Corona ein schlechter Abnehmer, wie die vorläufigen Zahlen der Solvent Extractors Association zeigen. Druck kam vom Rohölmarkt. Saudi-Arabien gab bekannt, dass freiwillige Förderkürzungen ab Juli nicht mehr fortgesetzt werden. Bei den Preisvorstellungen für Raps zur neuen Ernte sind Ölmühlen-Industrie und Erzeuger noch weit auseinander. Aber der Preisabstand verkürzt sich weiter.

Canola gab am Nachmittag in Winnipeg um 0,6 % auf 465,70 CAD/mt gegenüber gestern nach. Raps legte in Paris mit 378,00 EUR/mt zu, zeigte zuletzt jedoch schwächere Tendenz. In Kanada gab es außer Regenmeldungen in den Prärien, die eine Canola-Aussaat weiter verzögern, keine neuen Anhaltpunkte für den Markt. Die Kursverluste bei Sojabohnen zuletzt in Chicago setzten auch Canola an der ICE unter Druck. Auch der Palmölmarkt lieferte wenig neue Anhaltspunkte. Die Einfuhrbeschränkungen für raffiniertes Palmöl und der Nachfrageverlust aufgrund von Covid-19-Maßnahmen führten im Mai zu einem weiteren Rückgang der indischen Pflanzen-Ölimporte, hieß es aus Malaysia. Die Importe gingen im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um massive 40 % auf nur 707.478 mt zurück, dies zeigten vorläufig Zahlen der Solvent Extractors Association. Die indischen Pflanzenöl-Importe sind in den ersten sieben Monaten des Öl-Wirtschaftsahres ab November 2019 um 18 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Allein die Palmölimporte gingen im Berichtszeitraum um 32 % zurück, während Sojaölimporte um 7,48 %, Sonnenblumenöl um 11,42 % und Rapsöl um 61,51 % zulegten.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

366,00

2,00

Mosel FOB

377,00

2,00

Hamburg CIF

378,00

2,00

Neuss DDP

388,00

1,00

Hamm DDP

393,00

1,00

Mannheim DDP

385,00

2,00

Quelle: Handel

Ukraine offeriert mit 360,35 EUR/mt Fob Odessa
Druck kam vom Rohölmarkt. Saudi-Arabien gab bekannt, dass freiwillige Förderkürzungen ab Juli nicht mehr fortgesetzt werden, was einen deutlichen Rückgang der Ölpreise zur Folge hatte. Die Vereinten Arabischen Emirate werden es den Saudis gleichtun, sodass zusätzliche Kürzungen von knapp 1,2 Mio. Barrel/Tag auslaufen und somit auf der Angebotsseite zuzuschlagen sind. Die Rohölsorte WTI sank am Morgen um 4,3 % auf 38,3 USD/Barrel und Brent um 5,2 % auf 40,8 USD/Barrel. In Westeuropa legte Raps zwar um gut 2 EUR/mt zu. Trotzdem sprang der Markt nicht an, hieß es beim hiesigen Handel. Mit Preisangeboten von knapp 380 EUR/mt zur neuen Ernte ließ sich kein Verkäufer an den Markt locken, hieß es. Wie zu hören ist, sind die Rapserzeuger mit den gebotenen Preisen am Niederrhein unzufrieden, weil sie wegen der geringen EU-Rapsernte höhere Preise von wenigstens 400 EUR/mt franko Niederrhein erwarten. Auch ukrainischer Raps war mit 360,35 EUR/mt Fob Odessa zuletzt wenig konkurrenzfähig.  

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

735

Rapsöl FOB Hbg.

836

836

Palmöl CIF Rott. USD

597

579

Sonnenblumenöl USD FOB

798

800

Quelle: Handel

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