Raps: Gefallene Biodieselpreise halten Markt unter Druck

26. März 2020 um 17:52 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich zuletzt eher seitwärts. Die leicht festeren Kursverläufe bei Palmöl in Malaysia und Sojaöl in Chicago halfen dem Markt wenig, vielmehr sorgten gefallene Preise für Diesel und Biodiesel für erheblichen Marktdruck. Jedoch sorgten gestiegene Preise für Rapsextraktionsschrot für massive Unterstützung. In der EU halten gefallene Biodieselpreise den Rapsmarkt unter Druck.

Der Canolamarkt blieb in Kanada stabil, legte in Westeuropa gegenüber der Vorwoche leicht zu. Grundsätzlich haben der festere Kursverlauf bei Palmöl in Malaysia und der Kursanstieg bei Sojaöl den Canola- und Rapspreis gestützt. Aber der Handel kommt zwischen den USA und Kanada langsam zum Erliegen, denn die Grenzübergänge wurden auf der US-amerikanischen Seite faktisch geschlossen. Es lag zuletzt im Ermessen der US-Grenzbeamten, Lieferverkehr für Landwirtschaft und Industrie durchzuwinken oder abzulehnen, sagten Experten von MarketsFarm. Der Transport aus Manitoba und anderen Bezirken Kanadas zu den Exporthäfen verläuft noch relativ reibungslos, aber wie lange noch. Ölmühlen und Lebensmittelindustrie fahren die Produktion weiter hoch, um genügend Reserven für Produktions- und Logistikausfälle zu bilden. Die Vermietung von Lagerraum boomt, weil die Industrie in der Vergangenheit zu wenig Lagerkapazität vorgehalten hatte.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

352,00

4,00

Mosel FOB

356,00

4,00

Hamburg CIF

350,00

-

Neuss DDP

356,00

2,00

Hamm DDP

359,00

2,00

Mannheim DDP

355,00

2,00

Quelle: Handel

Biodiesel kippt, Rapsschrot steigt weiter
Die Nachfrage nach Rapsöl entwickelte sich trotz Hamsterkäufen beim LEH eher moderat. Vielmehr wird im Transportsektor aufgrund der schleppenden Geschäfte weiterhin weniger Diesel verbraucht als üblich und auch in anderen Branchen weniger eingesetzt. Durch den schrumpfenden Kraftstoffabsatz geht auch der Einsatz von Biodiesel zurück. Daher lag der Fokus vielmehr auf knapp angebotenen Ölschroten. In Deutschland registrierten die Ölmühlen regelrechte Hamsterkäufe bei Mischfutterunternehmen und Viehhaltern. In der Folge explodierten auch die Preise für Rapsextraktionschrot in Deutschland und Frankreich. Hinzu kam die Insolvenz einer großen Ölmühle in Argentinien. Der Preisanstieg ist für die Mischfutterindustrie bereits ruinös, kann die Preissteigerung nicht unmittelbar an Lieferkunden weitergegeben werden. Doch die drohende Gefahr, dass die Civid19-Pandemie die Transportlogistik lahmlegt, veranlasst die Industrie, durch höhere Vorratskäufe dem vorzubeugen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

705

Rapsöl FOB Hbg.

770

775

Palmöl CIF Rott. USD

600

630

Sonnenblumenöl USD FOB

685

685

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.05.2026
ASTANA/BRÜSSEL. In Kasachstan geht die Leinsaataussaat gut voran. Gute Wetterverhältnisse unterstützen die positiven Erwartungen. Experten sprechen sich gegen die Erhebung möglicher Exportzölle auf kasachische Ölsaaten aus.
Ölsaaten
20.05.2026
SOFIA/KYJIW. Die Saison 2025/2026 schreitet stetig voran. Mit jedem Monat der vergeht, bevor die neue Ernte im Sommer verfügbar wird, verringern sich die ohnehin schon knappen Bestände weiter.
Nüsse
18.05.2026
NEU-DELHI. Die indische Regierung verkauft ihre Erdnussbestände teurer als erwartet, was dem Markt eine gewisse Unterstützung bietet. Geopolitische Faktoren erschweren zudem den Import anderer Speiseöle. Dennoch könnte es bald zu Preisrückgängen kommen.
Ölsaaten
14.05.2026
NEU-DELHI/DODOMA. In Tansania wurde letzte Woche die Sesamsaison 2026/27 eröffnet, und die Erzeuger zeigen sich optimistisch bezüglich der Preisentwicklung. In Indien zeigt die Sommerernte ein uneinheitliches Bild. Chinas hohe Bestände dämpfen die Kaufaktivität.