Raps: Eurokurs setzt EU-Raps unter Druck

29. Mai 2020 um 15:37 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gaben deutlich nach, nachdem der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou nun die Auslieferung nach Amerika bevorstehen dürfte. Kanadas Handel erwartet Gegenmaßnahmen Chinas, die auch weitere kanadische Agrarprodukte bei Exporten nach China betreffen könnte. Der gestiegene Eurokurs setzte EU-Raps kräftig unter Druck. Auch traf kanadischer Canola in Frankreich ein.

Canola befestigte sich am Nachmittag in Winnipeg leicht auf 461,70 CAD/mt gegenüber gestern. Raps gab in Paris um 1,0 % auf 369,50 EUR/mt nach. Die Marktlage in Kanada blieb hochexplosiv, nachdem eine kanadische Richterin entschieden hatte, dass das Auslieferungsverfahren gegen die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou fortgesetzt werden könne, hieß es. China beschuldigte Kanada als Komplizin für die USA zu fungieren, sagten Experten von MarketsFarm. Nachdem China Kanada ohnehin schon den Hahn für Canola-Exporte ziemlich abgedreht hatte, aber Canola-Öl-Exporte in hohem Umfang Kanadas Exporthäfen Richtung China verließen, wuchsen natürlich Befürchtungen darüber, dass Pekings Import noch weiter eingeschränkt und noch andere Gegenreaktionen auslösen könnte. Für Kanada steht viel auf dem Spiel. Nach Mengs Verhaftung in Vancouver im Dezember 2018 nahm China zwei kanadische Staatsbürger wegen staatlicher Sicherheitsbeschuldigungen fest. Guy Saint-Jacques, ein ehemaliger kanadischer Botschafter in China, prognostizierte, dass Peking einen Verhandlungstermin für die beiden kanadischen Staatsbürger bekannt geben und strafrechtlichere Handelsmaßnahmen ergreifen werde. Kanadas Handel nahm dieses Urteil mit Schaudern zur Kenntnis. Die Canola-Preise werden fallen, bevor diese wieder steigen, hieß es im Handel. Die großen Händler Richardson International und Viterra werden den Export in die EU wohl noch stärker ins Visier nehmen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

365,00

-7,00

Mosel FOB

370,00

-7,00

Hamburg CIF

371,00

-4,00

Neuss DDP

379,00

-4,00

Hamm DDP

386,00

-4,00

Mannheim DDP

381,00

-4,00

Quelle: Handel

Neue Canola-Importe treffen in Frankreich ein
In Frankreich gaben die Rapspreise im Handelsverlauf um 7 EUR/mt nach, an der westdeutschen Rheinschiene um 4 EUR/mt. Dabei hatten die Rapspreise schon gestern bei uns nachgegeben. Für Druck sorgte der enorm gestiegene Eurokurs auf 1,1127 USD/EUR gegenüber gestern von 1,1013 und tags zuvor von 1,0965 USD/EUR. Hinzu kommt, dass in Frankreich neue Canola-Importe aus Kanada eingetroffen sind, wodurch der Markt vorerst wieder versorgt ist und der Preis nachgab. Der gestiegene Eurokurs verbilligt Rapsimporte in die EU. Festzustehen scheint, dass die EU die Rapseinfuhr in der neuen Saison nochmal um 200.000 mt auf gut 6 Mio. mt steigern wird, um den Bedarf wegen erneut schwacher EU-Rapsernte zu decken. Dabei bleibt jedoch unklar, ob der Biodiesel-Verbrauch tatsächlich wieder das Niveau wie vor der Covid19-Pandemie erreichen wird.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

725

Rapsöl FOB Hbg.

834

836

Palmöl CIF Rott. USD

565

575

Sonnenblumenöl USD FOB

785

785

Quelle: Handel

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