Raps: Erzeugern ist Preis zu niedrig

5. Juni 2020 um 16:55 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten unterschiedlich, in Kanada fester, in Westeuropa leicht schwächer. Für Preisdruck in Frankreich und Deutschland sorgt der gestiegene Eurokurs. Der EU-Kassamarkt zeigte kaum Angebot aus der neuen Ernte, auch Ölmühlen hielten sich zurück. Den Erzeugern ist der Rapspreis zur neuen Ernte zu niedrig. Die Preise für Rapsschrot sind weiter gefallen. Kanadischer Canola profitierte dagegen von festeren Kursverläufen bei Sojabohnen in Chicago.

Canola stieg am Nachmittag in Winnipeg um 0,4 % auf 464,70 CAD/mt gegenüber gestern. Raps dümpelte in Paris mit 373,50 EUR/mt um 0,3 % schwächer als am Vortag. In Kanada stützte festere Sojakurse in Chicago auch den Kursverlauf bei Canola an der ICE in Winnipeg. Die Canola-Aussaat war in Saskatchewan zu 96 % abgeschlossen, in Manitoba hatten die Farmer 88 % der avisierten Anbaufläche bestellt. Für die überwiegende Zahl der Präriegebiete wird an diesem Wochenende Regen prognostiziert, wodurch die Keimung des Saatguts beschleunigt wird, aber weniger Aussaat möglich ist, sagten Experten von MarketsFarm. Im Huawei-Konflikt mit China gab es keine neuen Erkenntnisse. Ein wichtiger Faktor bleibt der Rohölpreis, der sich seit Mitte April von 20 auf nahezu 40 USD/Barrel verdoppelt hat. Bei der OPEC gibt es nur eine vorläufige Einigung zwischen Saudi-Arabien, Russland und einigen anderen OPEC-Ländern über eine einmonatige Verlängerung der für Mai und Juni vereinbarten Kürzungen. Der Irak, Nigeria und Kasachstan haben sich nicht an die Kürzungen gehalten. Insofern dürfte der Aufwärtstrend beim Rohöl langsamer erfolgen, vorausgesetzt, es gibt keine zweite Covid19-Pandemiewelle.

 Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

362,00

-2,00

Mosel FOB

373,00

-1,00

Hamburg CIF

370,00

0,00

Neuss DDP

382,00

2,00

Hamm DDP

390,00

0,00

Mannheim DDP

384,00

0,00

Quelle: Handel

Kaum Angebot aus heimischer Erzeugung für neue Ernte-Termine
Der Kassamarkt blieb in Frankreich und Deutschland extrem ruhig, was das Geschäft von EU-Raps angeht. Die EU importierte bis 31. Mai mit 5,59 Mio. mt gut 43 % mehr als im Vorjahr. Die EU-Rapsimporte zur kommenden Saison werden auf 6 Mio. mt veranschlagt, rund 200.000 mt höher als in der laufenden Saison. Wie zu hören ist, sind die Rapserzeuger mit den gebotenen Preisen am Niederrhein um 378 bis 380 EUR/mt ex Ernte unzufrieden, weil sie wegen der geringen EU-Rapsernte höhere Preise von wenigstens 400 EUR/mt franko Niederrhein erwarten. In manchen Regionen weisen die Rapsfeldbestände sehr heterogene Entwicklung auf, hieß es. Druck kam auch zuletzt vom Rapsschrot, das auf ein Niveau von 210 EUR/mt EXW Niederrhein und Hamburg nachgab. Laut Handel mangelt an Kaufinteresse der Mischfutterhersteller, die sich im März und April, als sich Covid-19-Pandemie auch in Deutschland ausbreitete, ergiebig mit Mischfutterkomponenten bevorratet hatten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

740

Rapsöl FOB Hbg.

834

833

Palmöl CIF Rott. USD

585

595

Sonnenblumenöl USD FOB

800

800

Quelle: Handel

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