Raps: Ernteaussichten in Westeuropa gar nicht so schlecht

10. Juni 2020 um 17:13 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich konträr, mit Kursgewinnen in Winnipeg und Kursverlusten in Paris. In Kanada dürfte wegen Regen der geplante Anbau sprichwörtlich ins Wasser fallen. Aber Kanadas Farmer rudern offenbar auch wegen mangelnder Exportaussichten nach China beim Anbau zurück. In Westeuropa wird Raps gar nicht so knapp wie befürchtet.

Canola legte am Nachmittag in Winnipeg um 0,9 % auf 469,90 CAD/mt gegenüber gestern zu. Raps gab in Paris um 0,3 % auf 377,00 EUR/mt nach. In Kanada erhielt Canola Unterstützung vom festeren Kursverlauf bei US-Sojabohnen. Manitoba Agriculture veröffentlichte am Dienstag seinen wöchentlichen Erntebericht, bei dem festgestellt wurde, dass die Pflanzung zu 96 % abgeschlossen war, was drei Prozentpunkte hinter dem Dreijahresdurchschnitt der Provinz lag. Starke Regenfälle in südöstlichen Präriegebieten könnten dazu führen, dass 20 bis 30 % der Felder in der Region in diesem Jahr nicht ausgesät werden. Die Nässe in Nord-Alberta und Nordwest-Saskatchewan dürfte eine vollständige Canola-Aussaat verhindern. Aber ein Teil Kanadas Farmer könnte die Aussaat sogar bewusst begrenzen, weil der Exportabsatz für Canola nach China wegen der schwelenden Huawei-Krise mit China stark eingeschränkt bleiben dürfte. Vom Palmöl gab es keine Unterstützung, weil der August-Kontrakt für malaysisches Palmöl um 39 auf 2.349 Ringgit/mt wieder einbrach. Maßgebend war wohl auch der Rohölpreis, der wegen höherer Rohlagerbestände in den USA nachgab. Aber die API-Zahlen müssen vom offiziellen DOE-Report noch bestätigt werden, was oft nicht der Fall ist. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre zuletzt bullische Prognose im Hinblick auf die Rohölpreisentwicklung der kommenden Monate wieder aufgegeben. Inzwischen gehen sie davon aus, dass die Leitsorte BRENT zum Sommer wieder auf 35 USD/Barrel fallen wird. 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

367,00

1,00

Mosel FOB

378,00

1,00

Hamburg CIF

377,00

-1,00

Neuss DDP

387,00

-1,00

Hamm DDP

393,00

0,00

Mannheim DDP

384,00

-1,00

Quelle: Handel

In Westeuropa wird Raps gar nicht so knapp wie befürchtet
Der westeuropäische Rapsmarkt lieferte eher Bedenken, dass wegen der weiter gesunkenen Ernteerwartungen die Rapssaat in der EU knapp werden könnte. Coceral veranschlagte die EU-Rapsernte auf 16,524 Mio. mt gegenüber 16,907 im Vorjahr, was ein Minus von 2,3 % bedeuten würde. Danach soll Frankreichs Rapsernte jedoch um 5 % auf 3,641 Mio. mt, Deutschlands um 9,2 % auf 3,107 Mio. mt und Polens um 5,5 % auf 2,502 Mio. mt steigen, was die Verfügbarkeit mit Ausnahmen in Großbritannien, wo die Ernte um 36 % auf 1,069 zurückfallen soll, gegenüber dem Vorjahr verbessern dürfte. Rumänien und Bulgarien haben die Rapsproduktion eingeschränkt. Ukrainischer Raps wurde zuletzt für neue Erntetermine mit 407 USD/mt Fob Odessa angeboten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

735

Rapsöl FOB Hbg.

839

836

Palmöl CIF Rott. USD

602

597

Sonnenblumenöl USD FOB

795

798

Quelle: Handel

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