Raps: Ernte in der Ukraine im Fokus

29. April 2020 um 17:16 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten gegenläufig. In Winnipeg sank der Kurs, in Paris stieg dieser leicht. Am Diensttag hatten Broker mitgeteilt, dass China die Wiederaufnahme der kanadischen Rapsimporte zugelassen hat, in welchem Umfang blieb aber unklar. Gleichzeitig gab es Bedenken, dass in Westkanada die Aussaat von Canola wetterbedingt verzögert werden könnte. Im Fokus stand die Ernteentwicklung bei Raps in der Ukraine. In Westeuropa gab es verbreitet erste Niederschläge, wodurch sich die Wachstumsbedingungen für Raps verbessern sollten.

Die Märkte für Raps und Canola tendierten uneinheitlich. In Winnipeg gab Canola am Nachmittag um 0,5 % auf 460,40 CAD/mt nach, in Paris legte Raps um 2 % auf 378,75 EUR/mt zu. In Kanada geriet Canola durch nachgebende Sojakurse in Chicago etwas unter Druck, obwohl Sojaöl um 1,5 % zulegte. Der Rohölmarkt lag zwar weiterhin auf dem Boden, jedoch konnte WTI um 20 % auf 13,6 USD/Barrel und Brent um 8,8 % auf 21,0 USD/Barrel zulegen. Am Dienstag hatten Broker mitgeteilt, dass China die Wiederaufnahme der kanadischen Rapsimporte zugelassen hat, in welchem Umfang blieb aber unklar. Im Dezember 2018 war die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou auf Druck der USA in Kanada verhaftet worden, was Kanadas Märkte abstürzen ließ. Seitdem lehnte Peking jegliche Canola-Importe aus Kanada ab, was den Markt heftig unter Druck setzte. Gleichzeitig gab es Bedenken, dass in Westkanada die Aussaat von Canola wetterbedingt verzögert werden könnte, was für festere Kurse sprach. Dennoch erklärte der Handel, dass kanadischer Canola derzeit wohl zu teuer für den Export wäre, was zu rückläufigen Kursen führte. Leichte Unterstützung kam vom Palmölmarkt, legte der Juli-Kontrakt in Kuala Lumpur um 11 auf 2.031 Ringgit/mt zu.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

361,00

0,00

Mosel FOB

366,00

0,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

377,00

1,00

Hamm DDP

380,00

0,00

Mannheim DDP

379,00

1,00

Quelle: Handel

Regen dürfte für stabilere Erträge führen
Im Fokus stand die Ernteentwicklung bei Raps in der Ukraine. Nachdem IEG Vantage im März noch von einer Rekordernte von 4 Mio. mt  in der Ukraine ausging, der ukrainische Handel zwischenzeitlich einen Ernterückgang um ein Drittel zum Vorjahr wegen Trockenheit nicht ausschloss, gingen letzte Einschätzungen in der Ukraine von einer womöglich um 14 % kleineren Rapsernte als im Vorjahr aus. Danach dürften die Landwirte einen durchschnittlichen Ertrag von 2,3 mt /ha ernten, was zu einer Ernte unter 3 Mio. mt Raps führen könnte.  Im vergangenen Jahr lag der Rapsertrag bei 2,6 mt/ha, wodurch 3,3 Mio. mt geerntet werden konnten. Der europäische Prognosedienst MARS befürchtet, dass dem Raps nicht nur Trockenheit, sondern auch frostigen Nächte geschadet haben. Danach wurde die Ertragserwartung auf 3,14 tm/ha gesenkt, was ein Minus von 1,3 % zur Märzprognose darstellen würde.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

680

700

Rapsöl FOB Hbg.

790

800

Palmöl CIF Rott. USD

520

530

Sonnenblumenöl USD FOB

725

730

Quelle: Handel

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