Raps: Canola-Crush-Margin-Index steigt

15. August 2019 um 15:13 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Der Canola- und Rapsmarkt profitierte von höheren Pflanzenölpreisen. Dabei verlängerte der Malaysian Palm Oil Council die Zollbefreiung erneut bis Ende September. Die Einführung von B-30 in Indonesien treibt den Palmölpreis. Indien kauft deutlich mehr Pflanzenöl.

In Winnipeg blieb der Canolakurs beim Fronttermin heute Morgen bei 450 kanadische Dollar stehen. In Paris holte der Fronttermin um 1 Euro auf 377 EUR/mt auf. Mit Blick auf Kanada stellten Analysten fest, dass Canola bei derzeitigen Preisen sehr wettbewerbsfähig ist, so auch Ken Ball von PI Financial in Winnipeg. Danach verbesserten sich die Crush-Margen letzte Woche erheblich und erreichten Bestwerte der Saison. Der von ICE-Futures ermittelte Canola-Crush-Margin-Index zeigte gestern Margen, die um 90 US-Dollar über den November-Futures lagen, ein Plus von 10 US-Dollar zum Vormonat und von 38 US-Dollar zum Vorjahr. In den Markt spielt auch das gestiegene Frostrisiko herein. Laut Drew Lerner, Präsident von World Weather Inc., besteht die Möglichkeit, dass die kanadischen Prärien bereits am nächsten Wochenende überdurchschnittlich kalte Temperaturen bekommen werden. Dabei besteht die Gefahr, dass die noch grünen Schoten nicht ausreifen, was den Ölgehalt vermindert. Auch bleibt der Handel optimistisch, dürfte eine höhere Nachfrage nach Pflanzenölen Chinas und Indiens, auch steigende Palmölinlandsnachfrage in Indonesien wegen des B-30 Programms, das im Januar 2020 in Kraft tritt, für festere Canola-Öl-Preise sprechen.

Auch das USDA lieferte in der Augustprognose Argumente für festere Preise. Danach sollen die globalen Endbestände bei Rapsöl in 2019-20 auf 1,86 Mio. mt sinken, was ein Rückgang von 28,5 % zum Vorjahr wäre. Noch in 2014-15 lagen die globalen Rapsölvorräte bei 6,52 Mio. mt. Danach ging es kontinuierlich nach unten. Über die Hälfte der derzeitigen globalen Rapsöl-Reserven liegen mit 1,3 Mio. mt in China und sollen 2019-20 auf 0,9 Mio. mt sinken. China und Indien werden ihre Pflanzenölbestände wiederaufbauen, um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, hieß es vom Handel. Die Pflanzenölimporte Indiens stiegen im Juli gegenüber Juli 2018 um 26 % auf 1,4 Mio. mt.

In Frankreich wurden heute Vormittag Rapspreise von 373 EUR/mt FOB Rouen und 375 EUR/mt FOB Mosel mitgeteilt. Am Nieder- und Oberrhein blieb Raps für vordere Termine bei 379 EUR/mt FRANKO Mannheim, gut 381 EUR/mt FRANKO Neuss und 383 EUR/mt FRANKO Hamm stehen. Für Termin Oktober-Dezember wurden 386 EUR/mt FRANKO Niederrhein genannt. Rapsöl notierte heute in Hamburg für Termin November-Januar 2020 bei 850 EUR/mt. Rapsextraktionsschrot wurde heute für Augusttermin zu Preisen um 198 EUR/mt Ex Works Mannheim, gut 194 EUR/mt ab Hamm, rund 191 EUR/mt ab Rostock und 188 EUR/mt ab Magdeburg sowie 193 EUR/mt Ex Works Salzgitter angeboten. Die Preise blieben unverändert.

Der Exportpreis für ukrainischen Raps lag zuletzt bei 349,20 EUR/mt CPT Schwarzmeer. Der ukrainische Handel erwartet einen Preisanstieg auf 392 bis 394 US-Dollar.

 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2) FOB 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

373,00

0,00

Mosel

375,00

0,00

Hamburg

375,00

0,00

Neuss/Hamm

383,00

0,00

Mannheim

379,00

0,00

 

EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)

EU-Rapssamenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

3.460

4.950

Deutschland

2.975

3.671

VK

1.716

2.051

Polen

2.804

2.603

Litauen

660

433

Tschechien

1.240

1.411

Ungarn

860

1.000

Rumänien

715

1.600

Bulgarien

392

452

EU-28

17.260

20.370

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.