Raps: Australischer Canola in Frankreich eingetroffen

24. April 2020 um 16:49 , Der AUDITOR
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HAMBURG. An den Märkten für Canola und Raps blieb die Entwicklung eher flau. Sojaöl wurde billiger und auch gefallene Palmölpreise in Malaysia setzten die Kurse für Canola und Raps unter Druck. Der Rohölmarkt liegt infolge der Rohölschwemme völlig am Boden. In Kanada könnten Wetterrisiken in den Prärien die restliche Ernte und neue Aussaat von Canola etwas behindern. In Frankreich ist australischer Canola an den Exporthäfen eingetroffen. Trockene Witterung, sowie Frostschäden vor einigen Wochen, halten Erzeuger davon ab, schon Raps aus der neuen Ernte anzubieten.

In Winnipeg sank Canola am Nachmittag um 0,3 % auf 456,60 CAD/mt, in Paris gab Raps um 0,2 % auf 369,00 EUR/mt nach. Schwächere Vorgaben aus den USA bei Sojabohnen, Schrot und Öl, sowie ein wieder gefallener Palmölpreis in Malaysia, setzten die Canola-Notierungen in Winnipeg unter Druck. Dabei hatte Sojaöl in Chicago um 2 % nachgegeben. Palmöl verlor beim Juli-Kontrakt in Kuala Lumpur um 44 auf 2.075 Ringgit/mt. Der Rohölpreis blieb am Boden. In den USA führte verbales Säbelrasseln des US-Präsidenten Donald Trumps gegen Teheran zu Risikoprämien beim Rohöl, sagte der Handel. Trump hatte der US-Marine befohlen, im Fall gezielter Störungen im Persischen Golf iranische Patrouillenboote zu versenken. In Kanada berichtete der Handel über Wetterrisiken in kanadischen Prärien, stellte die zögerliche Schneeschmelze mit Überschwemmungen für die restliche Ernte und neue Aussaat von Canola noch kein Problem dar, müsste man aber die Entwicklung im Auge behalten, sagten Experten von MarketsFarm. Die Ergebnisse der Flächenerhebung zur Canolaernte will StatsCan wegen der Covid19-Pandemie erst am 7. Mai präsentieren.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

364,00

-3,00

Mosel FOB

369,00

-3,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

376,00

-1,00

Hamm DDP

378,00

1,00

Mannheim DDP

377,00

4,00

Quelle: Handel

Verkaufszurückhaltung der Erzeuger
In Frankreich gaben am Morgen die Rapspreise am Kassamarkt etwas nach. Australischer Canola, der an den Exporthäfen eingetroffen war und nun gelöscht würde, war möglicherweise ein Grund. Ganz sicher war der höhere Eurokurs, der wieder auf 1,0801 USD/EUR gestiegen war, mit maßgebend für kleine Preiseinbrüche bei Rapssaat. Jedoch profitierte EU-Raps von gestiegenen Preisen für Rapsöl und Sojaöl in Hamburg. Seit Wochen arbeiten die Ölmühlen nur unter Teillast, weil der Biodieselabsatz wegen Ausgangsperren im Zuge des Shutdowns drastisch zurückgefallen ist und sich nur langsam erholen dürfte, wenn die Beschränkungen im öffentlichen Leben wieder sukzessive aufgeboben werden. Dabei geht der Handel davon aus, dass die Nachfrage frühestens ab Sommer wieder leicht anspringt, sofern der Reiseverkehr bis dahin etwas gelockert wird. Die trockene Witterung, sowie Frostschäden vor einigen Wochen, halten Erzeuger davon ab, schon Raps aus der neuen Ernte dem Handel anzubieten. EX Ernte soll der Preis mit 368 EUR/mt franko Neuss, Hamm und Mannheim um 6 bis 8 EUR/t unter den Aprilpreisen liegen. Für den Septembertermin werden 378 EUR/mt vorgehalten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

700

Rapsöl FOB Hbg.

800

790

Palmöl CIF Rott. USD

535

520

Sonnenblumenöl USD FOB

720

720

Quelle: Handel

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