Raps: Australien und Kanada legen bei EU-Importen kräftig nach

30. April 2020 um 14:46 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps zogen unterstützt vom Sojakomplex und Rohölmarkt leicht an. Brasiliens hoher Sojaexport im April, sowie nachdem Argentiniens Sojaernte durch ungewöhnlich heftige Stürme im Getreidegürtel der Pampa zum Stillstand kam, stützten ebenso den Raps- und Canola-Markt. Dass Australien mit weit über 500.000 mt Canola-Exporten in die EU in den letzten drei Monaten nachlegte, war wegen der Dürrernte Australiens nicht erwartet worden.

In Winnipeg stiegen Canola am Nachmittag um 0,5 % auf 462,90 CAD/mt und in Paris Raps gleichermaßen auf 366,50 EUR/mt leicht. Für etwas Kurserholung sorgte ein gestiegener Rohölpreis, der sich bei der Sorte WTI am Morgen um 27,2 % auf 17,3 USD/Barrel und für Brent um 17,6 % auf 24,7 USD/Barrel erholte. Dabei gab in den USA die EIA bekannt, dass die US-Rohöllager in der Vorwoche lediglich um 9,0 Mio. Barrel angestiegen sind. Analysten waren im Vorfeld von einem Plus von knapp 12 Mio. Barrel ausgegangen. Auch die US-Benzin-Lagerbestände sanken um 3,7 %. Dies führte zur Euphorie am Rohölmarkt, wodurch auch der Rapsölpreis mit nach oben unterstützt wurde. Auch der festere Sojakomplex, durch die von Regen beeinträchtige Sojaernte Argentiniens, anderseits rekordhohen Sojaexporte Brasiliens im April, stützte das Preisniveau von Canola und Raps. In Kanada blieb der Handel jedoch zurückhaltender, weil die Lagervorräte bei Canola sich im Verlauf des Aprils nicht groß abgebaut hätten, als erhofft wurde, teilten Experten von MarketsFarm mit.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

361,00

0,00

Mosel FOB

366,00

0,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

377,00

1,00

Hamm DDP

380,00

0,00

Mannheim DDP

379,00

1,00

Quelle: Handel

Biodieselnachfrage dürfte langsam wieder steigen
Die EU importierte bis 26. April gut 5.177.820 mt Raps, im Vergleich zu 3.609.400 mt im Vorjahr, was 43,4 % über dem Vorjahr lag. Davon entfielen 2.866.057 mt auf die Ukraine, gut 1.463.042 mt auf Kanada und 639.632 mt auf Australien. Gegenüber Anfang Februar importierten die EU-Länder 78.068 mt mehr Raps aus der Ukraine, immerhin 448.873 mt mehr Canola aus Kanada und relativ überraschend für den Handel sogar 554.867 mt mehr Canola aus Australien. Dass mehr kanadischer Canola eingeführt wurde, war wenig überraschend, darf GVO-Canola nur für Biodiesel und technische Öle in der EU verarbeitet werden. Dass Australien mit weit über 500.000 mt in den letzten drei Monaten nachlegte, war wegen der Dürrernte Australiens nicht erwartet worden und ist auch der Grund für den schwachen Kursverlauf bei Raps in Paris. Laut Handel ist die Nachfrage auch für Biodiesel wieder etwas gestiegen, wobei Lieferungen ab Oktober und November beim Handel im Fokus stehen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

680

680

Rapsöl FOB Hbg.

802

790

Palmöl CIF Rott. USD

530

527

Sonnenblumenöl USD FOB

715

725

Quelle: Handel

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