Raps: Angst vor zweiter Corona-Welle in Asien

17. Juni 2020 um 16:09 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps gingen in Warteposition. In Asien spekuliert der Handel darauf, dass die zweite Pandemie-Welle durch Covid19 erneut zu Lockdowns führen wird, sich Indien und China stärker mit Pflanzenölen bevorraten wird. In Westeuropa geistern Erwartungen herum, wie sich der Raps- und Rapsölmarkt in der neuen Saison entwickeln wird.

Canola sank am Nachmittag in Winnipeg um 0,2 % auf 472,90 CAD/mt gegenüber gestern. Auch Raps notierte in Paris mit 376,25 EUR/mt um 0,2 % schwächer. Der Markt stand im Kontext mit Ängsten über eine zweite Corona-Welle in weiten Teilen Asiens und zum anderen mit rekordhohen Neuinfektionen beim Coronavirus in den USA. Daher spekulieren Händler darüber, dass sich China und Indien in nächster Zeit möglicherweise verstärkt mit Palmöl eindecken werden, bevor neuerliche Lockdown-Maßnahmen erforderlich würden. Dies unterstützte den Palmölkurs in Malaysia beim Fronttermin um 27 auf 2.356 Ringgit/mt nach oben. In Kanada war die Häufung von Covid19-Infektionen auf mindestens 17 Farmen in Ontario gerügt worden, die durch mexikanische Zeitarbeiter ausgelöst worden war. Mexiko wird die Entsendung von Zeitarbeitern auf kanadische Farmen einstellen, teilte das mexikanische Arbeitsministerium am Dienstag mit. Kanadische Farmer sind auf 60.000 ausländische Kurzzeitarbeiter angewiesen, die überwiegend aus Lateinamerika und der Karibik stammen.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Rapssaat 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

364,00

-3,00

Mosel FOB

375,00

-3,00

Hamburg CIF

375,00

-2,00

Neuss DDP

383,00

-2,00

Hamm DDP

391,00

1,00

Mannheim DDP

382,00

-2,00

Quelle: Handel

Modellierungen zum Preisverlauf bei Raps
In Frankreich gab Raps heute Morgen nach, in Westdeutschland zog die Rapssaat dagegen leicht an, was mit einem möglichen Anstieg der Pflanzenöle zusammenhängen könnte. Im Markt geht man davon aus, dass im August und September die Preise für Rapsöl analog zum Vorjahr anziehen werden, es sei denn eine zweite Pandemiewelle vermindert die Nachfrage. In diesem Jahr erwartet man erneut umfangreiche Importe aus der Ukraine und später aus Australien. Dies könnte bedeuten, dass auch die Rapspreise bis im Herbst steigen, bevor zum Jahreswechsel, wenn das hohe australische Canola-Angebot verfügbar wird, die Preise wieder einbrechen werden.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

720

Rapsöl FOB Hbg.

842

837

Palmöl CIF Rott. USD

610

590

Sonnenblumenöl USD FOB

805

795

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.