Quinoa: Vorsichtiger Optimismus
26. Januar 2026 um 14:19 ,
Der AUDITOR
Stabiler Markt bei sortenspezifischer Knappheit
Laut den Experten von Chelmer Foods startete der peruanische Quinoa-Markt stabil ins Jahr 2026, gestützt durch konstante internationale Nachfrage und feste Preise. Weiße Quinoa ist weiterhin gut verfügbar, während rote und schwarze Qualitäten knapp bleiben und überwiegend für Tricolore-Mischungen reserviert sind. Entsprechend sind Offerten für Vollcontainer roter oder schwarzer Quinoa selten. Die Preisstabilität wird vor allem durch währungsbedingte Effekte getragen, die anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber dem peruanischen Sol gleicht steigende Produktions-, Arbeits- und Logistikkosten im Ursprung aus.
Laut Berichten des nationalen Wetterdienstes regnet es seit Oktober nicht mehr ausreichend, was sich auf die Erträge auswirken könnte. Dies gilt insbesondere für Anbauregionen wie Ayacucho, in denen keine künstliche Bewässerung erfolgt. Markteilnehmern zu zufolge soll die Region dennoch ein verlässlicher Ursprung bleiben können. Strenge Auflagen für Rückstände von Phosphonsäure und Fosetyl schränken derweil nach wie vor mögliche Lieferungen von Bio-Quinoa in die EU ein.
In Bolivien kehrt Normalität ein
In Bolivien hatte die Abschaffung von Treibstoffsubventionen Ende 2025 die Transport- und Produktionskosten erheblich gesteigert. Diese Anpassungen zogen sich durch die komplette Lieferkette – von höheren Rohwarenpreisen bis hin zu Preisanpassungen für Exportlieferungen. Zusätzlich erschwerten landesweite Straßenblockaden zu Jahresbeginn die Binnenlogistik. Der Transport von Rohware und für den Verkauf aufbereiteter Ware war zeitweise eingeschränkt, was kurzfristige Engpässe verursachte und die Planungssicherheit im Exportgeschäft einschränkte. Langsam entspannt sich die Lage nun wieder und die Preisgestaltung wird transparenter.
Dennoch bleibt das Angebot bei bestimmten Sorten eingeschränkt. Insbesondere rote und schwarze Quinoa sind weiterhin knapp; wie in Peru bieten die meisten Händler diese Qualitäten derzeit nicht separat an.
Im Hinblick auf die neue Ernte zeigen sich die Marktteilnehmer vorsichtig optimistisch. Die Pflanzen entwickeln sich gut und bislang bleiben größere unerwünschte Wetterphänomene aus. Wenn dies so bleibt, sollte sich die Verfügbarkeit in den kommenden Monaten wieder bessern.
EU steigert Einfuhr aus Bolivien um 19%
EU-Länder haben ihre Quinoaimporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gesteigert. Zwischen dem 01.07.2025 und dem 18.01.2026 legte das Einfuhrvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,9% auf 15.520 mt zu. Laut den Daten der Europäischen Kommission liegt der durchschnittliche Importpreis mit 2,41 EUR/kg rund 4% unter dem des Vorjahres.
Die Lieferungen aus Bolivien konnten in dieser Saison erheblich gesteigert werden und legten um 19,1% auf 6.731 mt zu. Peru bleibt mit 6.199 mt derweil der zweitwichtigste Lieferant, im Jahresvergleich gingen die Importe von dort in die EU jedoch um 2,6% zurück. Trotz einer beachtlichen Steigerung die Einfuhren aus Indien um 192% ist das Land mit 1.918 mt an dritter Stelle weit abgeschlagen hinter den Hauptlieferanten. Indische Quinoa, Standard-Größe, sortex gereinigt wird aktuell zu Preisen von 822 USD/mt FOB Mundra angeboten.
Spanien war der wichtigste Abnehmer für Quinoa innerhalb der EU, das Land erhöhte seine Einfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 109,4% auf 3.330 mt. Es folgen die Niederlande (+39,9% auf 3.260 mt), Deutschland (-7,9% auf 2.810 mt) und Italien (+45,4% auf 2.530 mt).
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EU-Import Quinoa in mt |
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|
Partner |
2024/25 |
2025/26 |
Diff. |
|
Bolivien |
5.651 |
6.731 |
19,1% |
|
Peru |
6.365 |
6.199 |
-2,6% |
|
Indien |
657 |
1.918 |
191,9% |
|
USA |
0 |
311 |
n.v. |
|
Neuseeland |
21 |
240 |
1.042,9% |
|
Andere |
470 |
121 |
-74,3% |
|
Gesamt |
13.164 |
15.520 |
17,9% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-18.01. 10085000 Quinoa, “Chenopodium, quinoa” |
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