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Quinoa: Optimistische Aussichten für die neue Ernte

16. April 2025 um 16:13 , Der AUDITOR
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LIMA/SUCRE. Ende April soll die Ernte in Peru und Bolivien in Schwung kommen, und die Aussichten sind durchaus positiv. Die Nachfrage in der EU steigt zudem merklich, und die beiden südamerikanischen Länder sind auch hier die wichtigsten Lieferanten.

Günstige Wetterverhältnisse

In ihrem jüngsten Bericht beleuchten die Experten von Chelmer Foods die aktuelle Lage auf dem Quinoa-Markt in Peru und Bolivien. So haben günstige Witterungsverhältnisse in Peru dazu geführt, dass die Farmer die Anbauflächen erweitert haben – vor allem weiße Quinoa wird in diesem Jahr verstärkt angebaut und verdrängt zusehends rote Quinoa und Amaranth. Im März gab es einige stärkere Regenfälle, allerdings gehen die Marktteilnehmer derzeit nicht davon aus, dass die Erträge dadurch maßgeblich beeinträchtigt wurden. Sie könnten allerdings zu Ernteverzögerungen führen. In einigen Anbaugebieten wie Ayacucho und Andahuaylas wurde bereits mit der Ernte begonnen, während sie in Puno, dem wichtigsten Anbaugebiet Perus, zwischen Ende April und Anfang Mai starten soll.

Die Nachfrage nach peruanischer Quinoa ist weiterhin robust, was die Preise stützt; von zeitnahen größeren Preisrückgängen gehen die Experten derzeit nicht aus, auch, wenn die neue Ernte die Verfügbarkeit natürlich erhöhen wird. Im Gegenteil rechnen sie auf längere Sicht eher mit einem Aufwärtstrend.

Preissteigerungen sind wahrscheinlich

Auch die Aussichten für die bolivianische Ernte sind Chelmer Foods zufolge positiv. Die Pflanzen entwickeln sich gut, sodass die Ernte voraussichtlich Ende des Monats beginnen kann. Derzeit sieht es so aus, als könnten die Erträge größer ausfallen als im letzten Jahr, vor allem bei der beliebten weißen Quinoa, die die Produktion dominiert. Es soll aber auch mehr rote Quinoa als 2024 geerntet werden, was den wettbewerbsfähigen Preisen geschuldet ist. Zwar hatten Marktanalysten mit einem Preisrückgang gerechnet, doch das große Kaufinteresse auf dem Inlandsmarkt sowie die gute Exportnachfrage haben dies verhindert. Auch die Ankunft der neuen Ernte wird nicht zu einem Preisverfall führen, so Chelmer Foods – ähnlich wie in Peru ist es wahrscheinlicher, dass die Preise längerfristig betrachtet steigen werden.

Harter Kampf um Platz 1

Quinoa gewinnt auch bei den europäischen Verbrauchern zunehmend an Beliebtheit. So stiegen die EU-Importe im Zeitraum 01.07.2024-13.04.2025 gegenüber dem Vorjahr um satte 40,7%. Peru und Bolivien liefern sich dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen der wichtigsten Lieferanten; so konnte Peru seine Ausfuhren in die EU gegenüber dem Vorjahr um 35,7% auf 8.769 mt steigern, Bolivien verzeichnete 29% höhere Exporte in EU-Länder und lieferte insgesamt 8.298 mt. Abgeschlagen auf dem dritten Platz liegt Indien mit 919 mt, aber einer beachtlichen Steigerung von knapp 784%. Hier lagen die Preise für Quinoa, Sortex, clean zuletzt bei 654 USD/mt FOB Indien.

Der wichtigste EU-Abnehmer für Quinoa war im genannten Zeitraum Deutschland, das seine Einfuhren um gut 15% auf 4.150 mt steigerte. Es folgen die Niederlande, Spanien und Italien. Beachtlich ist der deutlich höhere Importwert, der von knapp 30,48 Mio. EUR im Vorjahr auf 47,79 Mio. EUR gestiegen ist. Der durchschnittliche Importpreis lag bei 2,56 EUR/kg und damit um gut 11% über den 2,30 EUR/kg des Vorjahres.

EU-Import Quinoa in mt

Partner

2023/24

2024/25

Diff.

Peru

6.460

8.769

35,7%

Bolivien

6.433

8.298

29,0%

Indien

104

919

783,7%

Andere

258

670

159,7%

Gesamt

13.255

18.656

40,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-13.04.

10085000 Quinoa, “Chenopodium, quinoa”

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