Chiasaat: Die kritische Phase startet
11. Juni 2026 um 14:11 ,
Der AUDITOR
Erste Frostperiode in der zweiten Junihälfte
Im vergangenen Jahr hatte ungünstige Wetterverhältnisse wie heftige Niederschläge und Frost die Chiaproduktion in Paraguay stark beeinträchtigt. In diesem Jahr zeigt sich das Wetter bislang weitaus gnädiger und auch die weiteren Aussichten sind gut. Allerdings steht die kritische Frostperiode noch aus, was bei den Marktteilnehmern zu verhaltenem Optimismus führt.
Wie Sahil Batra, Einkaufsleiter bei Nature Bio Foods BV, in seinem aktuellen Bericht schreibt, seien in Paraguay dieses Jahr 200.000 ha mit Chiasaat besät worden, das sei ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 11% (2025: 180.000 ha). Das größte Risiko für Frostschäden bestehe in der zweiten Junihälfte, sowie später noch einmal in der zweiten Julihälfte.
Während erste kleinere Positionen der frühen Ernte Marktteilnehmern zufolge bereits gehandelt werden konnten, steht der Löwenanteil noch aus und ist ab Juli/August im Markt verfügbar. Händler berichten, dass insbesondere Abnehmer aus den USA schon jetzt stark Nachfragen, während Käufer aus dem europäischen Raum zwar Preise anfragen, sich mit Kontrakten in der Hoffnung auf eine gute Ernte und sinkende Preise noch zurückhalten. Die Preise für neue Ernte in EU-Qualität lagen bei konventioneller schwarzer Chiasaat zuletzt auf einem Niveau von 2.350 USD/mt FOB Asunción, während schwarz Bio-Chiasaat bei 2.900 USD/mt FOB notiert.
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Chiasaat, Paraguay |
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Sorte, Ernte 2026 |
USD/mt |
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schwarz, konventionell, 99,95% Reinheit |
2.350 |
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schwarz, bio, 99,95% Reinheit |
2.900 |
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FOB Asunción, Verladung August 2026 |
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Alterativen zu Paraguay
Paraguay ist im internationalen Chiasaathandel der Referenzmarkt, aber bei weitem nicht der einzige Ursprung. Laut Batra wurden in Bolivien beispielsweise dieses Jahr rund 40.000 ha besät, die Produktion wird auf 16.000 mt geschätzt. Allerdings sorgte heißes und trockenes Wetter dafür, dass Teile der Anbauflächen neu besät werden mussten, was eine Verschiebung der Ernteperiode zur Folge hat. Ungeachtet dessen sorgen die seit rund einem Monat anhaltenden Straßenblockaden rund um die Verwaltungshauptstadt La Paz für logistische Herausforderungen.
Die indische Chiaernte 2026 wird auf 10.000-15.000 mt geschätzt, was ein vergleichbar geringes Ergebnis wäre, so Barta. Uganda habe derweil, trotz seiner jährlichen Produktion von rund 4.000-5.000 mt den Vorteil gegenüber anderen Ursprüngen, dass es hier einen zweiten Erntezyklus gibt und dadurch mehrmals im Jahr die Gelegenheit, potenzielle Versorgungslücken, insbesondere im Bio-Segment, zu füllen.
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