Olivenöl: Preise steigen
10. September 2025 um 14:39 ,
Der AUDITOR
Preisanstieg in der Türkei
Da die neue Olivenernte nur noch wenige Tage entfernt ist, hat die Marktaktivität die Preise rapide in die Höhe getrieben. Die Erzeugerpreise für Olivenöl sind innerhalb nur eines Monats von 150 TRY/l auf 240 TRY/l gestiegen. Dr. Mustafa Tan, Präsident des Nationalen Oliven- und Olivenölrats (UZZK), erklärte, dass der Ertrag in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen werde als im Vorjahr. Tan erinnert daran, dass das letzte Jahr ein Rekordjahr für die Produktion war, und betont, dass der Rückgang in diesem Jahr erwartbar war. Diese Prognose sowie die steigende Nachfrage nach hochwertigem Olivenöl auf dem Markt sind für den jüngsten Preisanstieg verantwortlich. Die Preise könnten sich jedoch wieder ändern.
„Was die Exporte betrifft, sollten Anreize wieder eingeführt werden, insbesondere für Marken- und abgefüllte Exporte, und es sollten keine Exportbeschränkungen für Olivenöl in Großgebinden verhängt werden“, so Tan. Er fügt hinzu: „Die Preise werden in der kommenden Saison erneut von den globalen wirtschaftlichen Bedingungen beeinflusst werden. Auf den internationalen Märkten war kürzlich ein Anstieg um 200 EUR/mt zu verzeichnen. Die Olivenölpreise in Spanien haben einen Höchststand von 4,40 USD erreicht, waren zuvor jedoch auf 3,40 USD gefallen.“
Aus dem letzten Jahr sind noch etwa 200.000 bis 250.000 mt Olivenöl übrig. Analysen sollen jedoch klären, inwieweit diese Mengen exportiert werden können. Aufgrund der niedrigen Preise verkaufen die Erzeuger ihre Vorräte nicht. Mit der neuen Ernte steigen die Preise jedoch, da den Industriellen das Öl ausgeht.
Darüber hinaus geht Dr. Mücahit Kıvrak, Fakultätsmitglied der Edremit Vocational School der Balıkesir University, davon aus, dass sich die Dürre im Sommer 2025 negativ auf den Ertrag und die Qualität der Olivenhaine ausgewirkt hat. Er erklärt: „Wenn noch Früchte an den Bäumen hängen, werden sie klein bleiben.“ Es ist jedoch möglich, dass sich die Olivenbäume teilweise erholen, wenn im September Tau und Herbstregen einsetzen. Kıvrak ist zuversichtlich, dass „sich die Früchte erholen werden und die Erzeuger mit mehr Hoffnung in die Saison starten können“.
Türkei will Marktanteile in den USA sichern
Nach Angaben des Verbandes Ägäischer Oliven- und Olivenölexporteure hat die Türkei in den ersten neun Monaten des Jahres 2024-2025 44.097 mt ins Ausland geliefert. Die USA waren mit 19.041 mt das wichtigste Exportziel. Pro 100 mt Olivenöl, die die Türkei exportierte, gingen 43 mt in die USA. In den ersten neun Monaten des Wirtschaftsjahres 2023/2024 exportierte die Türkei 12.344 mt Olivenöl in die USA, was bedeutet, dass die Exporte in diesem Jahr volumenmäßig um 54% gestiegen sind.
Im Zeitraum 2024/2025 erzielte der türkische Olivensektor mit seinen Exporten Deviseneinnahmen in Höhe von 480 Mio. USD, davon 118 Mio. USD aus Exporten in die USA.
Emre Uygun, Präsident des Verbandes Ägäischer Oliven- und Olivenölexporteure, verdeutlicht, dass mit 86,218 Mio. USD die Olivenölexporte den größten Teil der 118 Mio. USD an Exporten in die USA ausmachten. Die Exporte von Tresteröl stiegen um 21% auf 17,214 Mio. USD, die Exporte von schwarzen Oliven um 16% auf 10 Mio. USD und die Exporte von grünen Oliven um 20% auf 4,2 Mio. USD. Die USA hatten 2023/2024 einen Anteil von 19% an den Exporten des türkischen Olivensektors.
Da die USA jährlich 370.000 mt Olivenöl und 185.000 mt Tafeloliven verbrauchen, sind sie nach der Europäischen Union der größte Verbraucher. Wie Uygun erklärt, ist die Türkei „bestrebt, ihre Position auf dem US-Markt zu stärken. Unser Ziel ist es, einen Marktanteil von 10% in den USA zu erreichen.
EU-Importe bleiben rückläufig
Im Zeitraum 01.10.2024 bis 31.08.2025 importierte die EU insgesamt 59.218 mt Olivenöl (EU-Kategorien 1 bis 5, behandelt und unbehandelt) und damit knapp 27% weniger als noch im Vorjahr. Die ersten drei Plätze der wichtigsten Lieferanten belegen dabei die nordafrikanischen Länder Tunesien (-23,7% auf 42.937 mt), Ägypten (-53,7% auf 4.891 mt) und Marokko (-64,0% auf 1.948 mt). Die Türkei konnte die Lieferungen in die EU derweil um 17,9% auf 1.540 mt steigern.
Der größte Abnehmer in der EU war im genannten Zeitraum Italien, das 27.420 mt und damit 4,0% weniger Olivenöl importierte als im letzten Jahr. Spaniens Einfuhren sind um 60,9% zurückgegangen, während Frankreich seine Importe um 22,4% gesteigert hat. Auch Deutschland importierte deutlich mehr Olivenöl und erhöhte seine Einfuhren um 62,5% auf 1.240 mt. Der durchschnittliche Importpreis liegt mit 4,45 EUR/kg um satte 41,6% unter dem des Vorjahres.
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EU-Import Olivenöl in mt |
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|
Partner |
2023/24 |
2024/25 |
Diff. |
|
Tunesien |
56.305 |
42.937 |
-23,7% |
|
Ägypten |
10.570 |
4.891 |
-53,7% |
|
Marokko |
5.404 |
1.948 |
-64,0% |
|
Türkei |
1.306 |
1.540 |
17,9% |
|
Chile |
169 |
1.367 |
708,9% |
|
Algerien |
504 |
672 |
33,3% |
|
Großbritannien |
865 |
569 |
-34,2% |
|
Peru |
1.296 |
521 |
-59,8% |
|
Syrien |
135 |
508 |
276,3% |
|
Libanon |
1.599 |
488 |
-69,5% |
|
Andere |
2.763 |
3.777 |
36,7% |
|
Gesamt |
80.916 |
59.218 |
-26,8% |
|
Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.10.-31.08. 15092000+15093000+15094000+15099000 Olivenöl |
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