Olivenöl: EU-Exporte in die USA um 18% gesunken

30. März 2026 um 14:40 , Der AUDITOR
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IZMIR/BRÜSSEL. Die EU-Olivenölexporte sind leicht zurückgegangen. Grund sind unter anderem deutlich geringere Lieferungen in die USA. Vertreter des türkischen Olivenölsektor kamen bei einem Treffen zusammen.

Ausfuhrvolumen leicht hinter Vorjahr

Mehr als fünfeinhalb Monate nach Saisonstart zeigen sich die Olivenöllieferungen aus EU-Ländern in Drittstaaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig. Im Zeitraum 01.10.2025 bis zum 22.03.2026 exportierte die EU insgesamt 273.638 mt Olivenöl (EU-Kategorien 1 bis 5, behandelt und unbehandelt), trotz des Rückgangs um 2,1% bleiben die Lieferungen vorerst das drittbeste Ergebnis für diesen Zeitraum. Der Exportwert hingegen brach aufgrund günstigerer Preise um rund ein Viertel ein und lag bei 1,562 Mrd. EUR. Der durchschnittliche Exportpreis lag im oben genannten Zeitraum bei 5,71 EUR/kg, während er im Vorjahr noch auf 7,53 EUR/kg kam.

In den vergangenen drei Jahren hatte Griechenland seine Olivenölexporte in die USA massiv gesteigert, gingen in dieser Saison jedoch wieder deutlich zurück. Aber auch insgesamt haben die USA mit 85.539 mt in dieser Saison weitaus weniger Olivenöl aus der EU importiert als in den Jahren zuvor (2022/23 bis 2024/25: 100.000-120.000 mt).

Mit 145.528 mt stammten mehr als die Hälfte der EU-Exporte aus Spanien (+7,6% ggü. Vj.), es folgen Italien (-7,4% auf 91.796 mt), Portugal (-11,6% auf 23.666 mt) und Griechenland (-59,9% auf 4.555 mt). Rund 31% der EU-Lieferungen erfolgten mit 85.539 mt in die USA (-18% ggü. Vj.), weitere wichtige Abnehmerländer waren Großbritannien (-11,9% auf 26.869 mt), Brasilien (+1% auf 24.242 mt) und Korea (+37,9% auf 15.420 mt).

Derweil beliefen sich die EU-Importe im oben genannten Zeitraum auf 38.054 mt Olivenöl (+0,2% ggü. Vj.) im Wert von 142,852 Mio. EUR (-16,9% ggü. Vj.). Mit 20.737 mt stammen 54,5% der Lieferungen aus Tunesien, weitere 21,6% stammen aus Marokko, während die Türkei lediglich 270 mt Olivenöl in die EU exportierte – rund 72% weniger im Vorjahreszeitraum. 

EU-Export Olivenöl in mt

Partner

2024/25

2025/26

Diff.

Spanien

135.289

145.528

7,6%

Italien

99.174

91.796

-7,4%

Portugal

26.782

23.666

-11,6%

Griechenland

11.369

4.555

-59,9%

Belgien

2.039

2.288

12,2%

Andere

4.897

5.805

18,5%

Gesamt

279.550

273.638

-2,1%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.10.-22.03.

15092000+15093000+15094000+15099000 Olivenöl

Fundierte Ernteschätzungen sind wichtig

Der türkische Olivenölsektor kam beim „Treffen des Oliven- und Olivenölsektors“ zusammen, welches von der Aegean Olive and Olive Oil Exporters Association organisiert wurde. Dort wurde ein Fahrplan für die Zukunft des Sektors festgelegt. Der türkische Olivenölsektor hat seit zwei Saisons an Exportkraft verloren und will den Absatzengpass mit einer genau ermittelten Ernteschätzung überwinden. Bei dem Treffen wurde auch die Bedeutung der Exportquote für Lieferungen in die EU hervorgehoben.

Vertreter der Branche betonten, dass ungenaue Ertragsdaten sich negativ auf die Exportstrategien auswirken, und unterstrichen die Notwendigkeit wissenschaftlicher Messmethoden. Die für die Türkei geltende EU-Quote von 100 mt wurde als großes Hindernis kritisiert, insbesondere im Vergleich zu den weitaus größeren zollfreien Kontingenten, die für nordafrikanische Länder gelten.

Die Steigerung der Exporte von abgepackten Produkten, die Hervorhebung von Sorten mit geografischer Angabe sowie die Einführung von Rückverfolgbarkeitssystemen mit QR-Codes wurden als Schlüsselstrategien zur Wertsteigerung des türkischen Olivenöls vorgestellt. Auf dem Workshop in Antalya wurde ein 30-Punkte-Fahrplan vorgestellt, dessen Schwerpunkte auf Qualitätsstandardisierung, nachhaltiger Landwirtschaft, Integration des Tourismus und der Produktion von Ölen mit hohem Polyphenolgehalt liegen.

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