Olivenöl: Januar-Frost könnte Erträge beeinträchtigen

28. Januar 2026 um 15:45 , Der AUDITOR
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IZMIR/BRÜSSEL. Die türkische Olivenölsaison ist in mehrfacher Hinsicht deutlich besser ausgefallen als zunächst angenommen. Aktualisierte Zahlen gehen davon aus, dass die Produktion 58% über dem Durchschnitt lag.

Produktion 2024/2025 höher als erwartet

Bessere klimatische Bedingungen während der Erntezeit sowie höhere Eräge in Regionen wie der Ägäis und in Südostanatolien sorgten dafür, dass die türkische Olivenölproduktion 2024/2025 deutlich besser ausgefallen ist als lange angenommen wurde. Insgesamt soll die Produktion auf 505.000 mt gekommen sein, damit lag das Ergebnis um satte 58% über dem Durchschnitt. In der laufenden Saison 2025/2026 hingegen soll die Produktion lediglich auf 290.000 mt kommen, das entspräche einem Rückgang um 43% gegenüber dem Vorjahr.

Pro Jahr exportiert die Türkei im Durchschnitt etwa 96.000 mt Olivenöl und auch in dieser Saison soll das Ergebnis mit schätzungsweise 100.000 mt nur knapp darüber liegen. Im Gegensatz dazu sorgten die Erträge 2024/2025 dafür, dass sich die Ausfuhr auf insgesamt 160.000 mt belief. Der Großteil der Exporte erfolgte in den letzten drei Monaten der Saison, was laut der Aegean Exporters Union auf spätere Kontraktabrufe, die geringere Ernte in Spanien und Lockerung der vorübergehend erhobenen strengen Exportbeschränkungen zurückzuführen gewesen sei.

Der Inlandsbedarf kommt in der Türkei auf jährlich 170.000 mt und soll damit 5,5% des weltweiten Verbrauchs ausmachen. In der Saison 2024/2025 kam der Inlandsbedarf sogar auf 200.000 mt.

Für die Saison 2025/2026 wird eine weltweite Olivenölproduktion von 3,44 Mio. mt erwartet. Die Produktion von Tafeloliven wird auf 2,986 Mio. mt geschätzt. Die Tafelolivenproduktion dürfte in Portugal und Ägypten steigen, während in Spanien, der Türkei, Jordanien und Argentinien mit Rückgängen zu rechnen ist. Derweil rechnen Experten mit einer höheren Olivenölproduktion in Italien, Ägypten, Marokko und Tunesien, während in der Türkei, Jordanien, Argentinien und Spanien ein Rückgang prognostiziert wird. 

Frostiger Jahresstart

Anfang Januar sanken die Temperaturen in den Anbauregionen auf -7 °C bis -11 °C. Das frostige Wetter könnte dafür gesorgt haben, dass insbesondere die Erträge bei den Sorten Domat und Uslu in diesem Jahr geringer ausfallen. Im Zuge dessen wurden die Olivenbauern darauf hingewiesen, wie wichtig die Bodengesundheit und ein angemessener Einsatz von Düngemitteln ist.

Laut den aktuellen Zahlen der Tariş ist der Preis für Olivenöl mit einem Säuregehalt von 5%, der im April 2025 noch bei 140 TRY/kg lag, auf 305 TRY/kg gestiegen, was den Olivenanbau für die Erzeuger wieder deutlich attraktiver machen dürfte.     

EU-Exporte bleiben deutlich über Vorjahr

Auch knapp vier Monate nach Saisonstart bleiben die Lieferungen aus EU-Länder in Drittstaaten auf einem deutlich höheren Niveau als im Vorjahr. Im Zeitraum 01.10.2025 bis zum 25.01.2026 lieferte die EU insgesamt 182.228 mt Olivenöl (EU-Kategorien 1 bis 5, behandelt und unbehandelt) im Wert von 1,042 Mrd. EUR ins EU-Ausland. Damit ist das Exportvolumen um 11,7% gestiegen, während der Exportwert um rund 22,5% gesunken ist. Der durchschnittliche Exportpreis lag in den ersten vier Monaten der Saison /2025/2026 bei 5,72 EUR/kg, während er im Vorjahreszeitraum noch auf 8,25 EUR/kg kam.

Mit 95.731 mt stammten mehr als die Hälfte der EU-Exporte aus Spanien, es folgen Italien (56.742 mt), Portugal (20.452 mt) und Griechenland (4.561 mt). Rund 29% der EU-Lieferungen erfolgten mit 53.146 mt in die USA, weitere wichtige Abnehmerländer waren Brasilien (20.508 mt), Großbritannien (17.701 mt) und Korea (10.166 mt).

Derweil beliefen sich die EU-Importe im oben genannten Zeitraum auf 20.881 mt Olivenöl im Wert von 79,563 Mio. EUR. Mit 12.349 mt stammen 59,1% der Lieferungen aus Tunesien, während die Türkei lediglich 190 mt Olivenöl in die EU exportierte – rund 66% weniger im Vorjahreszeitraum. 

EU-Export Olivenöl in mt

Partner

2024/25

2025/26

Diff.

Spanien

76.111

95.731

25,8%

Italien

58.730

56.742

-3,4%

Portugal

17.140

20.452

19,3%

Griechenland

6.773

4.561

-32,7%

Belgien

1.287

1.461

13,5%

Frankreich

1.109

1.107

-0,2%

Deutschland

852

913

7,2%

Andere

1.072

1.261

17,6%

Gesamt

163.074

182.228

11,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.10.-25.01.

15092000+15093000+15094000+15099000 Olivenöl

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