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Olivenöl: Exporte massiv eingebrochen

7. Mai 2024 um 15:14 , Der AUDITOR
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IZMIR. Um die Exporte von Olivenöl in kleineren Verpackungseinheiten fördern, beschränkte die Türkei im vergangenen Sommer die Ausfuhr von Großgebinden. Der Verband der Ägäischen Oliven- und Olivenölexporteure (EZZİB) zieht eine erste Bilanz.

Beschränkungen blieben erfolglos

Seit dem Sommer 2023 wurde der Export von Olivenöl in Großgebinden aus der Türkei eingeschränkte. Ziel war es, so den Export von Olivenöl in kleineren Abfüllungen zu fördern. Der Vorsitzende des Verbands der Ägäischen Oliven- und Olivenölexporteure (EZZİB), Davut Er, zog nun Bilanz über das bisherige Geschäftsjahr – Mit ernüchterndem Ergebnis. „Aus hochwertigem extra nativem Olivenöl wurde raffiniertes Öl, was zu einem Wertverlust von 30% und einem Devisenverlust von etwa 300-400 Mio. USD im Vergleich zu unserem Exportvolumen führte“, so Er. Rückwirkend betrachtet wären die Beschränkungen also weder für den Inlandsmarkt noch für den Exporthandel zuträglich gewesen. „Wie wir bereits mehrfach betont haben, besteht der Weg zur Steigerung unserer Ausfuhren von abgefülltem Olivenöl nicht darin, Beschränkungen für nicht abgefüllte und in Fässern abgefüllte Produkte einzuführen, sondern den Export von abgefüllten Produkten zu fördern“, führte Er weiter aus. Eine besondere Förderung des Marktes sei unabdingbar und müsse auch in den kommenden Jahren beibehalten werden.   

Alles auf Anfang?

Als Beispiel führte Er die Exportumsätze der bisherigen Saison an. Der Export von Tafeloliven hat in dieser Saison (bis einschl. 31. März 2024) bereits einen Umsatz von 114 Mio. USD generiert, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ist der Exportwert für Olivenöl in diesem Zeitraum um 62% auf 31.000 mt zurückgegangen. Er fürchtet, dass ein Festhalten an den Beschränkungen dem türkischen Olivenölsektor nachhaltig schaden könnte. Handelsminister Prof. Ömer Bolat habe Er mitgeteilt, dass das türkische Landwirtschaftsministerium seine Entscheidung bezüglich der Maßnahmen überdenken würde, sobald das Ergebnis der diesjährigen Ernte besser beurteilt werden kann, dies sei Ende Mai bis Mitte Juni der Fall. Aktuellen Berichten zufolge sehen die Erträge vielversprechend aus und von einem Ertragsrückgans sei nicht auszugehen.

Die EZZİB erhofft sich als Vorläufige Maßnahme ein Quotenkontingent, welches den entsprechenden Exporteuren zugewiesen werden könnte. Laut Er startete die Türkei mit 375.000 mt Olivenöl in die laufende Saison. Davon sollen in diesem Jahr etwa 100.000 mt exportiert werden, weitere 175.000 mt sind für den Inlandsbedarf vorgesehen. Dies würde dennoch bedeuten, dass das Land mit einem Überhang von rund 100.000 mt in die Saison 2024/2025 startet.

Bei den in Kürze anstehenden Neuverhandlungen des Freihandelsabkommens zwischen der Türkei und Großbritannien soll der Export von Olivenöl im Vordergrund stehen und die Türkei erhofft sich gute Marktanteil zu sichern, wenn die Einfuhrzölle auf Olivenöl ausgesetzt bleiben.

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