Olivenöl: EU-Importe um fast ein Drittel gesunken
6. August 2025 um 14:41 ,
Der AUDITOR
Türkei exportiert weniger Olivenöl
In den ersten acht Monaten der türkischen Olivenöl-Exportsaison 2024/25 lieferte die Türkei mit 38.802 mt rund 20% weniger Olivenöl ins Ausland als noch in der letzten Saison. Das sorge dafür, dass auch die Deviseneinnahmen von 356 Mio. USD im letzten Jahr auf nur noch 197 Mio. USD gesunken sind – auch der geringere Importpreis hat hierzu beigetragen. Dennoch betont Emre Uygun, Vorsitzender der Aegean Olive and Olive Oil Exporters' Association, dass das Interesse an türkischem Olivenöl in den Zielmärkten wächst, darunter auch in weit entfernten Zielen wie Brasilien und Australien. In der EU sorgen hohe Einfuhrzölle auf türkisches Olivenöl dafür, dass die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt wird. Uygun setzt sich deshalb dafür ein, dass die Türkei hier die gleichen Vorteile wie Marokko und Tunesien erhalten soll, nämlich Nullzölle auf Olivenölexporte in die EU.
EU importiert vor allem aus Nordafrika
Im Zeitraum 01.10.2024 bis 27.07.2025 importierte die EU insgesamt 53.421 mt Olivenöl (EU-Kategorien 1 bis 5, behandelt und unbehandelt) und damit knapp 30% weniger als noch im Vorjahr. Die ersten drei Plätze der wichtigsten Lieferanten belegen dabei die nordafrikanischen Länder Tunesien (-26,3% auf 39.411 mt), Ägypten (-48,6% auf 39.411 mt) und Marokko (-66,8% auf 1.747 mt). Trotz der von Uygun bemängelten Zölle für die Türkei konnte das Land seine Lieferungen in die EU um 17% auf 1.399 mt steigern. Der größte Abnehmer in der EU war im genannten Zeitraum Italien, das 25.390 mt und damit 7,9% weniger Olivenöl importierte als im letzten Jahr. Spaniens Einfuhren sind um 63,4% zurückgegangen, während Frankreich seine Importe um 25,2% gesteigert hat. Auch Deutschland importierte deutlich mehr Olivenöl und erhöhte seine Einfuhren um 58% auf 1.160 mt. Der durchschnittliche Importpreis liegt mit 4,47 EUR/kg um satte 41,6% unter dem des Vorjahres.
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EU-Import Olivenöl in mt |
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Partner |
2023/24 |
2024/25 |
Diff. |
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Tunesien |
53.500 |
39.411 |
-26,3% |
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Ägypten |
9.349 |
4.807 |
-48,6% |
|
Marokko |
5.268 |
1.747 |
-66,8% |
|
Türkei |
1.196 |
1.399 |
17,0% |
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Algerien |
448 |
652 |
45,5% |
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Andere |
6.427 |
5.405 |
-15,9% |
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Gesamt |
76.188 |
53.421 |
-29,9% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.10.-27.07. 15092000+15093000+15094000+15099000 Olivenöl |
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Dürre könnte Erträge in Spanien verringern
Nach einer Rekordproduktion im letzten Jahr befindet sich die türkische Olivenproduktion 2025 in einem sogenannten Zwischenjahr, und das türkische Statistikamt geht derzeit davon aus, dass die Ernte um bis zu 40% geringer ausfallen könnte als im Vorjahr. Dies könnte die befürchteten weiteren Preisrückgänge verhindern, noch ist es allerdings zu früh, um hier sichere Aussagen treffen zu können. Auch die Ernten in weiteren wichtigen Anbauländern wie Tunesien und Spanien spielen dabei eine zentrale Rolle; in letzterem könnten Hitze und Trockenheit zu Ertragsrückgängen führen. In der Türkei sind die Preise für die Verbraucher derzeit sehr gut, während die Produzenten ihre hohen Kosten kaum decken können, was wenig Anreiz dazu gibt, den Anbau auszuweiten.
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