Olivenöl: Ernteprognosen erfolgen Ende September

24. Juli 2024 um 12:04 , Der AUDITOR
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IZMIR. In der Türkei soll die Saison 2024/2025 eine Rekordolivenernte einbringen. Zudem könnten die Olivenölexporte einen neuen Höchststand erreichen – wenn die Restriktionen aufgehoben werden.

Großes Potential

In der Türkei berieten sich die Olivenbauern auf eine Rekordernte vor. In der Saison 2024/2025 sollen die 200 Mio. Olivenbäume in 41 türkischen Provinzen ein Ergebnis von 400.000 mt Oliven einbringen. Wie bereits in der Saison 2022/2023 wäre die Türkei mit dieser Ernte der zweitgrößte Olivenproduzent weltweit.

Aufgrund der seit rund einem Jahr bestehenden Restriktionen auf Olivenölexporte in Fässern und anderen Großeinheiten, ging die Ausfuhr in der Saison 2023/2024 deutlich zurück. Dabei hatten geringere Erträge in anderen wichtigen Produktionsländern wie Spanien und Italien erst in der Saison 2022/2023 dafür gesorgt, dass die türkischen Olivenölexporte im Jahresvergleich um 240% auf 136.500 mt zulegen konnten. Experten gehen davon aus, dass die Türkei nach einer Aufhebung der Restriktionen Olivenöl im Wert von 1 Mrd. USD exportieren könnte, das wäre ein neuer Rekord. In einem Entgegenkommen hatte das türkische Handelsministerium zunächst einer zusätzlichen Exportquote von 50.000 mt zugestimmt, was den Druck durch Überhangbestände und Gewinneinbußen im Markt etwas reduzierte. Die Marktteilnehmer hoffen dennoch darauf, dass die Saison 2024/2025 nicht von Restriktionen oder Quoten geprägt sein wird und die Exporte frei fließen können. 

Anbauflächen müssen verlegt werden

Aktuell sind die türkischen Olivenbauern mit der Pflege der Plantagen beschäftigt, es gibt vereinzelte Berichte von Schädlingen, gegen die vorgegangen werden musste. Wie üblich werden die zuständigen Experten Ende September Untersuchungen in den Anbauregionen durchführen, um eine bessere Ernteprognose abgeben zu können.  

Experten warnen davor, dass Oliven – wie viele andere Agrarprodukte – unter dem Klimawandel leiden. Ohne entsprechende Vorkehrungen seien rückläufige Ernte und Produktionsergebnisse unausweichlich. Schon in diesem Jahr hätten die Bäume unter den bereits im April hohen Temperaturen leiden müssen. Um den Stress für die Bäume zu reduzieren, sei eine mögliche Maßnahme, neue Plantagen vorrangig in Höhenlagen anzulegen. Dort sei das Klima wesentlich günstiger als in den Küstenregionen.  

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