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Oliven und Olivenöl: Türkei bricht Rekorde

23. November 2022 um 12:11, Der AUDITOR
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ANKARA. Bei der weltweiten Olivenölproduktion hat die Türkei es geschafft, hinter Spanien den zweiten Platz zu erklimmen – bei Tafeloliven ist das Land mittlerweile sogar der wichtigste Produzent. Führende Organisationen zeigen sich optimistisch, dass es hier noch immer Luft nach oben gibt und die Produktion sowie die Exporte noch weiter steigen können.

Produktion massiv gestiegen

Seit der Saison 2009/2010 wird der Olivenertrag der Türkei durch den National Olive and Olive Oil Council (UZZK) ermittelt. Die Oliven- und Olivenölproduktionsschätzungen für die Saison 2022/2023 belaufen sich dabei auf gut 167,7 Mio. fruchttragende Bäume, was einer Steigerung von 1,86% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der durchschnittliche Ertrag pro Baum liegt bei 17,8 kg, sodass sich die Gesamtschätzung der Olivenernte in diesem Jahr auf mehr als 2,97 Mio. mt beläuft. Dies entspricht einer Steigerung von satten 71,2% gegenüber der Saison 2021/2022. Etwa 75% der Olivenernte werden für die Olivenölproduktion verwendet, die Herstellung von Tafeloliven dürfte sich auf voraussichtlich 735.678 mt belaufen. Hinzu kommen rund 421.700 mt Olivenöl – ein Anstieg von 78,9% im Jahresvergleich.

Türkei sticht Konkurrenten aus

Die massive Produktionssteigerung sorgt dafür, dass die Türkei bei der weltweiten Olivenölproduktion den zweiten Platz hinter Spanien belegt, während das Land Konkurrenten wie Spanien und Ägypten bei der Tafelolivenproduktion hinter sich gelassen hat und mittlerweile an der Spitze steht. Nach Angaben türkischer Händler hat auch die vom Ministerium gewährte finanzielle Unterstützung für die Erzeuger eine wichtige Rolle bei der Entwicklung gespielt. Dr. Mustafa Tan, Präsident des UZZK, erklärte zudem, dass in der Türkei perfekte klimatische Bedingungen für Olivenbäume herrschen. Diese, in Verbindung mit der Unterstützung für die Landwirte und einer Vergrößerung der Anbaufläche, haben die Rekordproduktion ermöglicht, während andere Erzeugerländer wie Spanien, Italien, Griechenland und Tunesien mit der starken Trockenheit zu kämpfen hatten und mit Produktionsrückgängen rechnen müssen. Nicht zu vergessen ist allerdings auch, dass die Produktionskosten durch die weltweiten Krisen deutlich gestiegen sind und für einen Liter natives Olivenöl mittlerweile bei 80-85 TRY liegen.

Weitere Steigerungen geplant

Nicht nur die türkische Produktion, auch die Exporte können sich durchaus sehen lassen. Nach Angaben der Aegean Exporters' Association hat die Türkei in der am 30. September zu Ende gegangenen Exportsaison 2021/2022 ihre Tafelolivenausfuhren um 24% gegenüber der vorherigen Saison gesteigert und mit 110.000 mt den höchsten Wert in ihrer Geschichte erreicht. Die Deviseneinnahmen stiegen um 15% und lagen bei 173 Mio. USD. Für die Saison 2022/2023 rechnet Davud Er, Vorsitzender der Aegean Olive and Olive Oil Exporters' Association (EZZİB) mit weiteren Steigerungen – das Ziel wären Exporte in Höhe von 150.000-200.000 mt an Tafeloliven und Olivenöl, mit denen die Einnahmen bei fast 1 Mrd. USD liegen könnten.

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