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Oliven: Die Mühe zahlt sich aus

5. Juni 2023 um 16:24 , Der AUDITOR
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ANKARA. Die Marktteilnehmer, die in den letzten 20 Jahren viel Zeit, Geld und Mühe in den Olivenanbau investiert haben, ernten nun die Früchte ihrer Bemühungen. Das Land kann mit einer guten Oliven- und Olivenölproduktion aufwarten und damit hohe Einkünfte erzielen.

Olivenöl erzielt Rekordexporte

Die Investitionen, die die Türkei in den vergangenen 20 Jahren in die Olivenindustrie gesteckt hat, beginnen nun, sich auszuzahlen. Allein der Olivenbaumbestand hat sich von 90 Mio. Bäumen im Jahr 2022 auf 192 Mio. Bäume mehr als verdoppelt, und auch der Exportwert hat sich in der ersten Hälfte der Saison 2022/23 massiv gesteigert. Dabei fallen besonders die Olivenölexporte ins Gewicht. So wurden in der Saison 2022/23 insgesamt 422.000 mt Olivenöl produziert, von denen in der ersten Saisonhälfte bereits 92.143 mt exportiert wurden. Dies bescherte der Türkei Deviseneinnahmen von 407,6 Mio. USD. Sowohl die Exportmenge als auch die Einnahmen konnten damit gegenüber der bisherigen Rekordsaison 2012/13 deutlich gesteigert werden: Damals wurden 92.000 mt im Wert von 292 Mio. USD verschifft. Der Präsident der Aegean Olive and Olive Oil Exporters' Association, Davut Er, geht davon aus, dass die Olivenölexporte im Jahr 2023 die Marke von 1 Mrd. USD knacken könnten.

Dieser Meinung ist auch Mustafa Tan, Präsident des National Olive and Olive Oil Council (UZZK): "Wir schätzen, dass die Exportmenge bis zum Ende der Saison bis zu 120.000 mt erreichen wird. Das wird der höchste Wert sein, der jemals erreicht wurde. Davor waren es maximal 90.000 mt. Damals waren die Marktbedingungen ähnlich wie heute. Der Ertrag war im Ausland sehr gering, wir hatten eine gute Produktion", gibt er an. Tan ergänzt, dass die Ausfuhren von schwarzen Oliven in der ersten Saisonhälfte 81,5 Mio. USD eingebracht haben, bei den grünen Oliven waren es 28,4 Mio. USD. Das klare Ziel der Türkei sei es, zum weltweit wichtigsten Produzenten für Olivenöl und Tafeloliven aufzusteigen.

Preise erreichen historisches Hoch

Die globale Produktion hatte im letzten Jahr einige herbe Rückschläge einzustecken, soll sich in der Saison 2023/24 aber wieder erholen und wird auf 3,2 Mio. mt geschätzt. Davon sollen allein auf EU-Länder gut 2 Mio. mt entfallen. Da die Olivenbäume in der Türkei sich nach der hohen Ernte in dieser Saison in der kommenden Saison in einem Off-Year befinden, wird die Produktion hier auf nur 160.000 mt geschätzt. Der weltweite größte Importeur werden mit rund 400.000 mt die USA bleiben.

Extreme Hitze und Überschwemmungen in Südeuropa haben die Olivenölpreise nach oben getrieben. In Italien liegt der Preis für natives Olivenöl bei etwa 7 EUR/kg, in Griechenland und Spanien bei rund 6 EUR/kg. Klimakatastrophen und die damit einhergehenden Produktionsrückgänge werden als Hauptgründe für die Preissteigerungen genannt. Auch die globalen Olivenölpreise liegen mit 5.989 USD/mt auf einem 26-Jahreshoch, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) angibt.

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