Ölsaaten: Eskalation im Handelstreit zwischen USA und China

24. Juli 2020 um 11:54 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO/HAMBURG. Markt- und Preistrends am Vormittag mit Einschätzungen des Handels. Der Handelsstreit zwischen USA und China eskaliert. Konsulate werden geschlossen. Bei Raps rudert die ukrainische Ernte stark zurück.

Sojabohnen: Eskalation im Handelsstreit mit China
Der US-Sojamarkt konnte sich in Chicago über die Marke von 9 USD/Bushel hochangeln. Ein Wochenexport von 2,67 Mio.mt US-Sojabohnen, davon 1,7 Mio.mt nach China, gaben dem Kursverlauf Auftrieb. Dabei exportierten die USA diese Woche erneut 1,32 Mio.mt. Preiseuphorie blieb aus, da die Spannungen im Handelskrieg mit China eskalierten. Zuerst schloss Washington die chinesische Vertretung in Houston. Daraufhin machte Peking das US-Konsulat in der Provinz Chengdu dicht. Nun befürchtet der US-Handel, dass China bei bestehenden Sojaaufträgen Stornierungen in Betracht ziehen könnte. Brasiliens Sojabohnenbestände könnten stärker sinken als erwartet. Das Außenhandelssekretariat Secex teilte mit, das bis 13. Juli bereits 6,1 Mio.mt Sojabohnen exportiert wurden, was vom Exportverbandes Anec niedriger erwartet wurde.

 

Terminkurse -Soja (Fronttermine)

Sojabohnen (USD/bu)

905,50

0,6 %

Sojaschrot (USD/bu)

290,80

1,0 %

Sojaöl (USD/bu)

29,73

-0,3%


Sojaschrot-Kassamarkt 

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

7/20

8/20

9/20

10/20

Rotterdam

284,00

284,00

286,00

286,00

Hamburg

283,00

283,00

285,00

285,00

Mainz

292,00

292,00

295,00

295,00

Straubing

313,00

313,00

317,00

317,00

Quelle: Handel

Tendenz: Rotterdam +0, Hamburg +0, Mainz +0, Straubing 0


Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Saldo

Sojaöl FOB Hbg. (EUR/mt)

770

0,0 %

Rapsöl FOB Hbg. (EUR/mt)

871

0,1 %

Palmöl CIF Rott. (USD/mt)

695

1,1 %

Palmkernöl CIF Rott. (USD/mt)

730

1,3 %

Sonnenblumenöl (USD/mt)

805

-0,3 %

Kokosöl (USD/mt)

890

1,1 %

Quelle: Handel

Raps: Ukrainische Ernte sinkt deutlich
Der Raps- und Canolamarkt gab nach. Kanadische Farmer klagten über zu viel Regen in Nord-Alberta und die Peace River-Region, was den Kurs nur kurzeitig stützte. In Westeuropa sorgte der gestiegene Eurokurs auf deutlich über 1,16 USD/EUR für Preisdruck, weil sich Importpreise verbilligen. Die Erträge scheinen in Frankreich, Deutschland und Polen stärker zu variieren, aber die Ölgehalte fallen vergleichsweise hoch aus, wobei die Erzeugerpreise bei 360 bis 365 EUR/mt liegen sollen. Für Überraschung sorgte die Schätzung Frankreichs Handels, der die ukrainische Rapsernte von zuletzt 2,8 auf 2,52 Mio.mt nach unten revidierte. Daher stieg der Erntepreise dort auf 425-428 USD/t CPT Odessa

 

Terminkurse Canola/Raps (Fronttermine)

Canola (CAD/mt)

483,20

-0,8 %

Raps (EUR/mt)

379,50

-0,4 %

 

Terminkurse Palmöl (Fronttermine)

Palmöl (Ringgit/mt)

2.708

1,9 %


Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Rapssaat 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB*

372,00

0,00

Mosel FOB*

380,00

0,00

Hamburg CIF*

379,00

0,00

Neuss DDP*

385,00

-2,00

Hamm DDP*

387,00

-2,00

Mannheim DDP*

384,00

-2,00

Quelle: Handel             *Preisbewertungen zur neuen Ernte


Rapsextraktionsschrot 00 (34/7)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg FOB*

197,00

0,00

Niederrhein FOB*

191,00

-2,00

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
04.06.2026
NEU-DELHI/ADDIS ABEBA. In Indien bleibt der Sesammarkt weitgehend fest. In Äthiopien steht indes die Aussaat der neuen Ernte bevor. Südkoreas Importe gingen leicht zurück, die Preise bleiben nahezu stabil.
Ölsaaten
03.06.2026
SOFIA/BRÜSSEL. Die Europäisch Kommission hat einige Korrekturen bei den Ernteschätzungen für die Saison 2026/2027 vorgenommen. Die EU-Importe haben derweil die 1-Million-Tonnen-Marke überschritten. Der Ukrainische Getreideverband rechnet mit einer größeren Sonnenblumenkernproduktion.
Ölsaaten
02.06.2026
DALIAN. Chinesische Kürbiskernexporte stehen unter Druck durch intensiven Wettbewerb, Wechselkursrisiken und Handelshemmnisse. Gleichzeitig wird EU-konforme Ware zunehmend knapp, sodass sich viele Käufer bereits frühzeitig eindecken wollen.
Ölsaaten
01.06.2026
OTTAWA/BRÜSSEL. Kanadische Marktteilnehmer sorgen sich vor den Folgen eines Überangebotes. Die EU-Kommission hat die seit 2009 bestehenden nichttarifären Handelshemmnisse für Leinsaatlieferungen aus Kanada aufgehoben.