Ölsaaten - Öle

Ölsaaten: Chicago notiert US-Bohnen auf Sieben-Jahreshoch

21. April 2021 13:15, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO/HAMBURG. Markt- und Preistrends am Mittag mit Einschätzungen des Handels. Der Ölsaatenmarkt setzt den Aufwärtstrend fort. Auch Sonnenblumenkerne zieht es mit nach oben. Die Lage bleibt hochspekulativ.

Sojabohnen: US-Handel befürchtet Lieferbeschränkungen
Sojabohnen profitieren von spekulativen Käufen und einer Rallye bei Pflanzenölen. Der Fronttermin in Chicago erreichte den höchsten Stand seit sieben Jahren. Die Notierung profitierte nicht nur von wachsenden Wettersorgen wegen des erwarteten Kälteeinbruchs im Mittleren Westen der USA, sondern vom hohen Exportstand bei US-Sojabohnen. Dabei wächst die Nervosität beim US-Handel über rückläufige US-Sojabohnenbestände, was die Lieferfähigkeit dramatisch einschränken könnte. Dies wäre mit Blick auf die Entwicklung in China eine fatale Situation, da der Sojabedarf dort steigen wird. China hat im ersten Quartal 13,59 Mio.mt Schweinefleisch produziert, damit 31,9% mehr als im Vorjahr. China hat laut jüngsten Zolldaten im März 7,67 Mio.mt Sojabohnen importiert. Davon entfielen 7,18 Mio.mt auf die USA. Im März 2020 lagen die Einfuhren nur bei 4,27 Mio.mt, wovon nur 1,71 Mio.mt auf die USA entfielen. Vor dem StatsCan Acreage-Bericht erwarten Analysten, dass Kanadas Sojabohnenfläche um 6,5% auf 5,4 Mio.Acres steigen wird. Brasilien kündigte an, die Einfuhrzölle für Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl bis Jahresende auszusetzen, um die Inflation zu bremsen, die durch gestiegene Rohstoffpreise ausgelöst wurde.

Terminkurse-Soja (Fronttermine)

Sojabohnen (USD/bu)

1.477,50

2,4 %

Sojaschrot (USD/bu)

409,3

1,1 %

Sojaöl (USD/bu)

59,03

4,8 %

 

Sojaschrot LP (44/7) FOB (Kassamarkt)

Parität/EUR/t

04/21

05/20

06/21

08/21

Rotterdam

370,00

370,00

374,00

380,00

Hamburg

367,00

367,00

370,00

373,00

Mainz

376,00

376,00

380,00

384,00

Quelle: Handel

Tendenz: Rotterdam +2, Hamburg +3, Mainz +2

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Saldo

Sojaöl FOB Hamburg (EUR/mt)

1.185

0,8 %

Rapsöl FOB Hamburg (EUR/mt)

1.105

0,4 %

Palmöl CIF Rotterdam (USD/mt)

1.160

0,8 %

Palmkernöl CIF Rott. (USD/mt)

1.490

0,2 %

Sonnenblumenöl CIF R (USD/mt)

1.590

0,3 %

Kokosöl CIF Rotterdam (USD/mt)

1.560

0,0 %

Quelle: Handel

Raps und Sonnenblumen: Raps nimmt Hürde von 500 EUR/mt ex Ernte
Kanadas Handel erwartet schwindenden Canola-Lagerbestände, die zu starkem Rückgang der Überhänge auf höchstens 700.000 mt zum Saisonende führen könnten. Dies veranlasste Kanada, zwei Frachtschiffe mit jeweils 30.000 mt ukrainischem Raps für August zu kaufen, um saisonale Engpässe aufzufüllen. Dieser für Kanada ungewöhnliche Import macht deutlich, wie sich die starke Nachfrage Westeuropas auf die kommende Saison auswirken wird, die von Kanadas Handel auf 6,5 Mio.mt geschätzt wird. Hinzu kommt, dass durch Teuerung bei Rohöl die Biodieselpreise kräftig angezogen sind, dadurch Rapsöl bei Verwertung als Speiseöl stark mit dem Bedarf von Veresterungsanlagen konkurriert. Vor dem StatsCan Acreage-Bericht erwarten Analysten, dass Kanadas Canola-Anbaufläche um 9,1% auf 22,6 Mio.Acres steigen wird. Laut USDA wird auch die Ukraine voraussichtlich 2,7 Mio.mt Rapssaat produzieren, davon 2,3 Mio.mt exportieren. Ob dies die Kursexplosion bei Rapssaat in Paris hemmt, bleibt abzuwarten. Dabei wird Rapssaat aus neuer Ernte zu Preisen über 500 EUR/mt DDP französischer und deutscher Ölmühlen gehandelt. Am Niederrhein wurde Raps ex Ernte 2021 um 4 Euro höher mit 500 EUR/mt franko Ölmühle, in Frankreich für Juli-August um 7 Euro fester mit 500 EUR/mt fob Mosel bewertet. Französische Sonnenblumenkerne zur Ernte 2021-22 stiegen um 5 auf 465 EUR/t fob Saint-Nazaire.

Terminkurse Canola/Raps (Fronttermine)

Canola (CAD/mt)

875,50

4,1 %

Raps (EUR/mt)

554,50

1,1 %

 

Terminkurse Palmöl (Fronttermine)

Palmöl (Ringgit/mt)

3.805

2,5 %

 

Rapssaat 00 (40/9/2) – Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

545,00

17,00

Mosel FOB

552,00

17,00

Hamburg CIF

555,00

15,00

Neuss DDP

560,00

0,00

Hamm DDP

560,00

0,00

Mannheim DDP

554,00

0,00

Quelle: Handel    *Fronttermin     

Rapsextraktionsschrot 00 (34/7)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg FOB

295,00

10,00

Niederrhein FOB

302,00

3,00

Quelle: Handel

Sonnenblumenkerne-Kassamarkt (Öl-Ware)

Sonnenblumenkerne (44/9/2) – Öl-Ware -Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

555,00

5,00

St. Nazaire FOB

555,00

5,00

Riesa DDP

-

-

Quelle: Handel   *Fronttermin

Sonnenblumenschrot (36 P)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Brake

316,00

1,00

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
12.08.2022
NEU-DELHI. Einige indische Erzeuger berichten von einem Schädlingsbefall auf den Feldern und haben mithilfe der Regierung und der Universitäten umgehend Maßnahmen ergriffen. Eine interessante Entwicklung gibt es zudem auf dem Markt für Erdnussöl.
Ölsaaten
11.08.2022
NEU-DELHI/ISLAMABAD. Indische Händler sehen Pakistan in dieser Saison als größten Konkurrenten an, da die dortige Ernte um 40% höher als im Vorjahr ausfallen soll. Der Palmölmarkt übt weiterhin Druck auf die Preise aus.
Ölsaaten
10.08.2022
BUDAPEST/CHRUDIM. Während die Ernteschätzungen in Tschechien sich gegenüber früheren Prognosen leicht verbessert haben, hat die Stimmung auf dem ungarischen Blaumohnmarkt den Nullpunkt erreicht. Die neue EU-Verordnung bereitet indes den Marktteilnehmern in allen Anbauländern Sorge.
Ölsaaten
08.08.2022
DALIAN. In den chinesischen Anbaugebieten wird die Kürbiskernernte in den kommenden Tagen starten und die Farmer stecken mitten in den Vorbereitungen. Vor allem die Shine-Skin-Erzeuger haben allerdings mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen.