Mais: Waterloo am Rohölmarkt
21. April 2020 um 14:55 ,
Der AUDITOR
In Chicago notierte Mais mit nur 3,09 USD/Bushel um 3,5 % niedriger als gestern. In Paris konnte sich der Fronttermin mit 0,4 % bei 164,50 EUR/mt leicht behaupten. Der starke Preiseinbruch bei Mais in Chicago war auf die Eskalation am Rohölmarkt zurückzuführen. Dieser erlebte ein Waterloo, erzielte WTI erstmals einen Negativ-Preis in der Geschichte der Öl-Future. In der Spitze notierte Rohöl beim Termin Mai - 37 USD/Barrel. Überquellende Rohöllager wegen der Beschränkungen durch die Covid19-Pandemie machen Exportlieferungen weltweit unmöglich, weil die Läger der Raffinerien bis zum Anschlag gefüllt sind. Wir kennen Negativzinsen, jetzt muss sich der Handel mit Negativ-Preisen auseinandersetzen. US-Präsident Donald Trump will 75 Mio. Barrel Rohöl in die strategische Reserve übernehmen, um den Markt zu stabilisieren. Zudem erwäge Trump, saudi-arabische Rohöllieferungen zu stoppen. Es schwimmen 20 Supertanker, randvoll mit unverkauftem Rohöl, auf den Weltmeeren. Dadurch geriet der Ethanolmarkt unter Druck, was Maiskontrakte mit in die Tiefe zog. Für Druck sorgten auch günstigen Wetterprognosen für die Aussaatsaison bei Mais in den USA, waren bis 19. April 7 % der Bestände gesät. Die Exportinspektion für US-Mais lag mit 684.000 mt deutlich unter den Handelserwartungen von 0,85 bis 1,3 Mio. mt.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
158,00 |
0,00 |
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La Pallice FOB |
158,00 |
0,00 |
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Holland CIF |
187,00 |
4,00 |
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Oldenburg DDP |
192,00 |
2,00 |
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Brake FOT |
186,00 |
3,00 |
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Niederrhein DDP |
186,00 |
4,00 |
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Oberrhein FOB |
183,00 |
3,00 |
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Ukraine FOB |
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Quelle: Handel
Fleischkonsum sinkt weltweit
Am US-amerikanischen Markt reißen die Schließungen der Schlachtunternehmen nicht ab, kündigte nach Smithfield Foods und Cargill nun auch JBS die Schließung eines Werkes in Worthington, Minnesota, das 2.000 Mitarbeiter beschäftigt und 20.000 Schweine pro Tag verarbeitet. Der Einbruch beim Fleischkonsum in Nordamerika von 30 % im März, der sich im April fortsetzten dürfte, bedeutet weniger Tier-Einstallungen auf US-Farmen und damit geringeren Mais- und Sojaverbrauch. Die Nachfrage Chinas blieb rückläufig. Laut National Bureau of Statistics ist Chinas Schweinefleisch-Produktion im ersten Quartal 2020 um 29 % gesunken, nachdem sie 2019 auf ein 16-Jahres-Tief von 42,6 Mio. mt gefallen war. Offiziellen Quellen zufolge sanken Chinas Schweinebestände seit August 2018, als die Afrikanische Schweinepest festgestellt wurde, um 40 %, inoffiziellen Quellen zufolge sogar um bis 60 %. Auch in Westeuropa herrscht unsichere Stimmung, ist das Angebot an schlachtreifen Schweinen ist in Deutschland zwar nicht zu umfangreich, aber die Nachfrage ruhig. Offenbar meiden viele Verbraucher die Frischfleischtheke. Die im Gastrobereich durch die Covid19-Pandemie verlorenen Absatzmengen kann der LEH nicht ausgleichen.