Mais: Saudis Supertanker riskieren Löschungs-Blockaden

20. April 2020 um 15:10 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt schreibt in Chicago erneute rote Zahlen. Dies, nachdem die Rohölsorte WTI auf ein Tief von 21 Jahren abrutschte, Schieferöl und Ethanol mit in den Abgrund riss. Saudischen Öl-Tankern drohen Löschungsblockaden in den Destinationen aufgrund randvoller Rohöllagervorräte. Trump-Regierung legt Hilfsprogramm in Höhe von 19 Mrd. US-Dollar auf. Gute Fortschritte gab es bei der Maisaussaat in Frankreich. Russische Exportquoten bei Weizen und Exportziele der Ukraine stützten europäischen Maismarkt.

In Chicago notierte Mais mit 3,20 USD/Bushel um 0,7 % niedriger als letzten Freitag. In Paris konnte sich der Fronttermin jedoch um 0,9 % auf 165,00 EUR/mt stabilisieren. In den USA gab es zwei wichtige Themen, die den Markt beherrschten. Erstens brachte der weitere Rohöl-Preisverfall den für die Maisverarbeitung wichtigen Ethanolmarkt heftig unter Druck. Die US-Rohölsorte WTI fiel unter 15 USD/Barrel, gut 24 % niedriger als am Freitag, dies war der tiefste Stand seit 21 Jahren. Wegen Überfüllung beim Rohöl gehen den USA freie Lagerkapazitäten aus. Aktuell wären 20 saudi-arabische Supertanker unterwegs mit 40 Mio. Barrel Rohöl an Bord, die in den USA und anderswo eintreffend im Mai wahrscheinlich nicht gelöscht werden könnten, hieß es. Jedes saudische Barrel konkurriert mit einem Barrel Schieferöl. Die Folgen sind für Schieferöl und Ethanolindustrie desaströs, eine gigantische Pleitewelle wird erwartet. Das andere Thema betraf Hilfsprogramme für die US-Agrarwirtschaft. US-Präsident Donald Trump kündigte ein Hilfsprogramm über 19 Mrd. US-Dollar an, um Farmern bei Bewältigung der Auswirkungen des Coronavirus zu helfen. Darunter sind Direktzahlungen von 16 Mrd. US-Dollar an Produzenten von Fleisch, Milchprodukten, Gemüse und anderen Produkten. In China hatte im Vorjahr die Afrikanische Schweinepest die Schweinebestände um 60 % dahingerafft. Dann folgte die Covid19-Pandemie mit Fleischverbrauchsrückgang von 30 % im März in Nordamerika und zweistelligen Einbrüchen in Südamerika und China. Auch im April werden sich die Zahlen nicht verbessern. INTL FCStone hat seine Schätzung zur brasilianischen Safrinha-Maisernte um 0,4 auf 73,9 Mio. mt reduziert.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

158,00

0,00

La Pallice FOB

158,00

0,00

Holland CIF

187,00

4,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

186,00

3,00

Niederrhein DDP

186,00

4,00

Oberrhein FOB

183,00

3,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Wettermarkt in Westeuropa
In Frankreich profitierte Mais trotz der guten Aussaat-Fortschritte von 25 % nach FAM gesäten Fläche, von der Kurserholung bei Weizen in Chicago, hieß es. Dies, nachdem die stellvertretende russische Agrarministerin Oksana Lut am Freitag bestätigt hat, die Weizenexporte bis 1. Juli auszusetzen, sobald die Exportquote für das 2. Quartal in Höhe von 7 Mio. mt ausgeschöpft wäre. Laut Handel könnte dies bereits Mitte Mai der Fall sein und dann zu einer Exportbelebung für US-Weizen führen. Hinzu kommen Diskussionen über die Trockenheit in Westeuropa. Für Deutschland trifft das sicherlich zu, die Landwirtschaft benötigt in den nächsten Wochen dringend Niederschläge. In Frankreich soll es bereits in den kommenden Tagen regnen, so dass sich dort Situation entspannt. 

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