Mais: Beim Rohöl droht Zwangsabschaltung

27. April 2020 um 14:47 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt zeigte in den USA erneut deutlichen Abwärtstrend, nur am Schwarzmeer leichte Preisbefestigungstendenzen. Schlechte Nachrichten kamen vom US-Ethanol- und Schlachtsektor, müssen ADM einige Ethanolwerke und Tyson Foods den Schlachtbetrieb Parco schließen. Wenn die OPEC nicht die Rohöl-Fördermenge kürzt, droht die Zwangsabschaltung von zusätzlich 20 % der globalen Ölförderung. Die Ukraine hat angekündigt, den Maisexport zu begrenzen.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,12 USD/Bushel um 2,2 % schwächer als gestern. In Paris konnte sich der Fronttermin bei 166,25 EUR/mt halten. Die Vorgaben aus den USA blieben extrem schwach. Schlechte Nachrichten kamen vom Ethanol- und Schlachtsektor. ADM wird die Ethanolproduktion bei Maistrockenmühlen in Cedar Rapids, Iowa, Columbus und Nebraska aufgrund geringeren Benzinbedarfs vorübergehend einstellen, die Rede ist von 120 Tagen. Die US-Ethanollagerbestände haben eine Rekordmenge von 27,7 Mio. Barrel erreicht, gut 22 % über dem Vorjahr. Tyson Foods kündigte an, die Produktion im Rindfleischwerk in Pasco, Washington, vorerst einzustellen. Der Exportverkauf von 589.395 mt US-Mais nach Mexiko konnte den Preisverfall in den USA nicht stoppen. Der Rohölmarkt verzeichnete am Morgen Kursverluste beim WTI von 12,8 % und bei Brent von 5,1 % zu letztem Freitag. Die Analysten von Goldman Sachs halten eine nochmalige Erhöhung der jüngst beschlossenen Produktionskürzungen für unausweichlich. Wenn die OPEC nicht die Rohöl-Fördermenge kürzt, muss in drei Wochen zusätzlich 20 % der globalen Ölförderung bzw. 20 Mio. Barrel/Tag zwangsabgeschaltet werden, hieß es.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

185,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Frankreichs Maisaussaat zu 52 % fortgeschritten
China hat signalisiert, die staatlichen Lagervorräte für Mais um 20 Mio. mt aufzustocken, was über Importe gedeckt werden müsste. Aus Peking hieß es, man würde damit beginnen, dass Phase1-Abkommen mit den USA zu erfüllen, zudem Reserve aufzubauen, um sich gegen Corona-bedingte Störungen abzusichern, meldete der Nachrichtendienst Reuters. In Frankreich startete der Handel mit unverändertem Preisniveau in die neue Woche. Die Maisaussaat kommt wegen des trockenwarmen Wetters mit Rekordgeschwindigkeit voran. Laut französischem Handel konnte in Frankreich 52 % der Maisaussaat abgeschlossen werden. Coceral erwartet eine EU-Maisproduktion von knapp 65,5 Mio. mt gegenüber fast 61,0 Mio. mt im Vorjahr. Die ukrainische Regierung hat angekündigt, den Maisexport auf 29,3 Mio. mt zu begrenzen. Eine Entscheidung darüber soll heute fallen. Käme es so, stünden nur 3 Mio. mt Maisexport für die restliche Saison zur Verfügung. Die ukrainischen Lagerbestände sind aufgrund dynamischer Exporte auf den niedrigsten Stand von 7,7 Mio. t seit vier Jahren gefallen. Das Land verzeichnete eine Rekordexportrate von 21,5 Mio. mt, im Vergleich zu 19,9 Mio. mt im Vorjahr. Europäischen Mais-Importe vom Schwarzmeer werden abnehmen.

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