Mais: Klauseln für Quarantäne

7. April 2020 um 13:34 , Der AUDITOR
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PARIS. Der US-Maismarkt stemmt sich gegen den vehementen Preisdrück vom Rohöl. Doch auch die US-Maisendbestände dürften steigen. In Westeuropa blieb die Nachfrage sehr stabil, was gestiegene Maispreise in Frankreich bestätigten. Am Niederrhein fielen die Maispreise temporär, was Mischfutterhersteller für Käufe nutzen dürften, meinte der Handel. Auch Maisimporteure dürften die Kontraktbedingungen durch Klauseln über Ersatzlieferung ergänzen, um mehr Liefersicherheit bei Quarantänen durch den Corona-Virus erwirken.

Der Maismarkt konnte sich in den USA auch heute Morgen wenig erholen. US-Mais notierte in Chicago mit 3,29 USD/Bushel um 0,4 % schwächer als gestern. In Paris legte Mais am Morgen um 0,6 % auf 166,50 EUR/mt zu, gab dann etwas nach.  Mais am Schwarzmeer legte leicht zu. In den USA lag die Exportinspektion mit 1.271.000 mt US-Mais über der Vorwoche, was für leicht festeren Kursverlauf sprach. Die Entwicklungsdaten beim Crop-Progress-Report liegen für Mais erst in einigen Wochen vor. Mit Blick auf den kommenden WASDE-Report erwartet der Handel US-Maisbestände von 2,004 Mrd. Bushel, gegenüber 1,892 Mrd. im Vormonat. Die Welt-Maisendbestände werden vom Handel bei 298,50 gegenüber 297,34 Mio. mt im Märzbericht gesehen. Der Ethanolmarkt entwickelte sich weiterhin schwach. Laut Handel könnte sich die OPEC-Plus-Gruppe zwar am Donnerstag auf eine Rücknahme des globalen Rohölausstoßes um 10 bis 15 % einigen. Viel zu wenig, meinte die International Energy Agency (IEA) in Paris. Der Nachfragerückgang ist derart massiv, dass sämtliche Rohölexportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was zudem unkontrollierbar wäre.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

1,00

La Pallice FOB

162,00

1,00

Holland CIF

182,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

-2,00

Niederrhein DDP

182,00

-4,00

Oberrhein FOB

180,00

-2,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Frankreich fester, Niederrhein schwächer
In Frankreich setzte der Maismarkt mit leicht festeren Preisen am Kassamarkt den Handel fort, während am Rhein die Maispreise temporär zurückfielen, was Mischfutterhersteller für Käufe nutzen dürften. Zwar sprach der Handel noch gestern von leicht rückläufiger Nachfrage vor Ostern. Aber die Unsicherheit über den weiteren Marktverlauf bleibt groß, so dass immer wieder Bedarf nachgedeckt wird. Bis 5. April importierte die EU 16,05 Mio. mt Körnermais gegenüber 18,91 Mio. mt im Vorjahr. Ähnlich wie die GASC in Ägypten dürften auch Maisimporteure in den Kontraktbedingungen die Risiken logistischer Engpässe wegen Quarantänen durch Klauseln über Ersatzlieferung ergänzen, um mehr Liefersicherheit zu erwirken. Wie sich die neuen Quarantäne-Maßnahmen Ungarns auf die Verfügbarkeit von Schiffsbesatzungen auf der Donau auswirken, muss sich zeigen, meinten Händler aus Bayern. Die Ukraine exportierte letzte Woche fast 800.000 mt Mais. Unklar blieb, wie die Maisaussaat wegen vielerorts zu trockener Böden am Schwarzmeer auflaufen wird. Lückige Bestände können der Ertrag deutlich senken.

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