Mais: IGC sieht Schwarzmeer-Maisernte nicht so rekordhoch

29. Mai 2020 um 13:25 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte an den Terminbörsen in Chicago und Paris fester. In USA stützten Prognosen über trockenwarmes Wetter und eine höhere US-Ethanol-Nachfrage den Markt. In Brasilien sorgte der gestiegene Real für höhere Preisforderungen bei Mais. Der Internationale Getreiderrat hob seine Schätzung zur Welt-Maisernte um knapp 1% an. Für die EU blieb die Prognose mit 68,4 Mio. mt stabil. Aufgrund des günstigen Preisniveaus läuft in Deutschland vermehrt Mais in die Futtermischungen. Festere Tendenz kommt auch vom Schweinefleischmarkt.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,28 USD/Bushel um 2,4 % fester als gestern. In Paris legte der Fronttermin um 1 % auf 169,00 EUR/mt zu. Gestützt wurde der US-Maismarkt durch trockenwarme Wetterprognosen im westlichen MidWest und verbesserten Absatz für US-Ethanol. Laut US-Energieagentur EIA stieg die US-Ethanolproduktion um 61.000 auf 724.000 Barrel/Tag an, die US-Ethanolbestände sanken um 450.000 Barrel auf 23,176 Mio. Barrel, dem geringste Bestandswert seit Januar. Preisauftrieb kam aus Brasilien, wo Analysten die Erwartungen für die zweite Maisernte um 3 auf 71,7 Mio. mt senkten, besonders der gestiegene Real die Preisforderungen dort antrieb. Der Internationale Getreiderrat (IGC) hob seine Schätzung zur Welt-Maisernte um 11 Mio. mt bzw. 0,9 % auf 1,169 Mrd. mt an, im Vergleich zu 1.118 Mio. mt im Vorjahr. Höhere Ernten werden in den USA von 392,5 Mio. mt und in China von 261 Mio. mt Mais erwartet. Für die EU blieb die Prognose mit 68,4 Mio. mt stabil. In der Ukraine erwartet der IGC mit 34,5 Mio. mt nicht ganz die von anderen Analysten erwartete Rekordernte bei Mais. Der Welt-Maisverbrauch wurde gegenüber April um 4 Mio. mt auf 1,177 Mrd. mt angehoben, im Vergleich zu 1,144 Mrd. mt im Vorjahr, wodurch die Maisbestände in den Hauptexportländern um 2 auf 80 Mio. mt zulegen sollen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

186,00

4,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

2,00

Niederrhein DDP

184,00

2,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Stabiler Maismarkt in Westeuropa
Die Marktlage bei Mais blieb in Westeuropa fest. Am Kassamarkt in Frankreich hielt sich das Preisniveau vom Vortag. In Süd-Holland und am Niederrhein legte Körnermais dagegen leicht zu. Aufgrund des günstigen Preisniveaus läuft vermehrt Mais in die Futtermischungen. Für die deutsche Mischfutterherstellung sollen 2019-20 mit 1,7 Mio. mt gut 50.000 mt mehr Mais als im Vorjahr verbraucht werden. Leichte Unterstützung bot hierfür auch der Schlachtviehmarkt in Norddeutschland. Die Marktlage für Schweinefleisch blieb stabil, war die Nachfrage nach Grillartikeln saisonbedingt zu Pfingsten hoch und dürfte auch nächste Woche anhalten. Jedoch fehlen noch die Umsätze im Gastro-Bereich, was in Richtung Sommer-Urlaubssaison, wenn Lockerungen beim Lockdown kämen, die Nachfrage steigern könnte. Jedoch fehlt der Schweinefleischexport nach China, was sich nachteilig auf die Nachfrage auswirkt, hieß es beim Handel. In Deutschland kommt die Aussaat langsam zum Ende. Das Deutsche Maiskomitee hat Anbauberater zum Entwicklungsstand befragt. Danach bereitet die Trockenheit derzeit nur in wenigen Regionen Probleme. 

 

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