Mais: Gesunkener Fleischverbrauch auf Erholungskurs

3. Juni 2020 um 13:37 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte an den Terminbörsen in Chicago und in Paris deutlich schwächer. Höhere kommende Maisernten in den USA, Kanada und in der Ukraine schwächen den Markt. Vom Rohölpreis-Anstieg profitierte der US-Ethanolsektor nur bedingt, blieben die Konsumaussichten in den USA nach Lockerung des Lockdowns schwächer als in Westeuropa. Das HDE-Konsumbarometer zeigt jedoch leichte Aufwärtstendenzen.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,22 USD/Bushel um 0,7 % schwächer als gestern. In Paris brach der Fronttermin um satte 5,2 % auf 162,25 EUR/mt ein, was der westeuropäische Kassamarkt zunächst nicht bestätigte. In den USA rechnete das USDA mit einem erheblichen Anstieg der Maisfläche um 3,3 Mio. ha auf ein neues Rekordniveau von 36,3 Mio. ha. Unter Annahme von Trend-Erträgen könnte die Produktion 406,3 Mio. mt erreichen, was 60 Mio. mt mehr Mais wären als 2019. Auch in Kanada erwartet der Handel eine um 16 % auf 15,6 Mio. mt steigende Maisernte gegenüber 13,4 Mio. mt im Vorjahr. Am Schwarzmeer rechnet die Ukrainische Getreide-Assoziation (UGA) mit einer Maisproduktion von gut 37,3 Mio. mt und würde damit die Vorjahresernte noch um 2,1 Mio. mt übertreffen. Deren Exporte könnten um 1 auf 30 Mio. mt ausgebaut werden, hieß es. Den guten Ernteerwartungen steht eine schwächelnde Maisnachfrage gegenüber. Betroffen ist in erster Linie der Ethanolsektor. Die US-Ethanolerzeugung war im April um mehr als 40 % zurückgegangen. Trotz wieder steigendem Verkehrsaufkommen hat das USDA seine Prognose für die Maisnutzung zur US-Ethanolherstellung in 2019-20 im Verlauf der letzten Monate um knapp 11 Mio. mt bzw. 8 % gesenkt. Die Schätzung für den globalen Futterverbrauch von Mais ist innerhalb der letzten Monate nicht angehoben worden. Hier hinterlässt die Covid19-Pandemie tiefe Spuren auch im Fleischverbrauch, der durch den fehlenden Gastro-Bereich um bis zu 10 % eingebrochen war, hieß es von Handelsseite.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

188,00

2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

HDE-Konsum-Barometer leicht im Aufwärtstrend
Für Preisauftrieb am Kassamarkt sorgt allerdings der Futtermittelsektor in Nordwesteuropa, bietet die Grünlandernte wegen Trockenheit weniger Futterkonserven, die über Zukäufe von Futterweizen und Mais ergänzt werden müssen. Dadurch zog Körnermais besonders in Süd-Holland spürbar an. Am Fleischmarkt war über das Pfingstwochenende, auf zumeist gleichbleibendem Preisniveau, eine zügige Nachfrage zu beobachten. Im Mittel wurde eine Schweinefleischpreis von 1,71 EUR/kg SG ermittelt, gut 1 Cent niedriger als Freitag. Relativ gute Preise sprechen für wieder höhere Vieh-Aufstallungen und mehr Futtermittelverbrauch. Durch Lockerungen beim Lockdown und bevorstehende Urlaubssaison zeigt der Gastrobereich leichte Erholungstendenzen. Das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt nach „historischen“ Tiefstand im Mai nur leichten Aufwärtstrend für Juni. Von guter Konsumlaune sind Deutschlands Verbraucher noch weit entfernt, sie bauen wegen ungewisser Aussichten Finanzpolster auf, sagte der Handelsverbands Deutschland (HDE).

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