Mais: Zwischen den Flanken vom Rohöl- und Fleischmarkt

15. April 2020 um 14:31 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt erlebt gerade eine Zerreißprobe, geriet der Markt in die Flanken eines noch so erlebten Preisverfalls beim Rohöl und zusätzlich einen Einbruch beim Fleischverzehr in Nordamerika und China durch die Covid19-Pandemie, wodurch die Futtermittelnachfrage sinkt. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie scheinen weltweit viel schlimmer auszufallen als befürchtet wurde. Keiner kennt die Dunkelziffer der tatsächlich infizierten Menschen. Weiteres Thema ist der Aussaatfortschritt bei Mais in diesem Jahr.

In Chicago notierte Mais mit 3,25 USD/Bushel um 1,9 % und in Paris bei 162,50 EUR/mt um 0,8 % tiefer als gestern. Dabei setzte ein um 9,3 % auf 20,5 USD/Barrel eingebrochener WTI-Rohölkurs auch Mais in Chicago unter Druck. Grund war die schwache Positionierung der OPEC-Plus-Gruppe, die angesichts einer um 30 bis 35 Mio. Barrel/Tag eingebrochenen Welt-Rohölnachfrage nur knapp 15 Mio. Barrel Förderleistung pro Tag vom Markt zurücknehmen will. Die damit korrespondierende Ethanol-Nachfrage wird sich kurzfristig nicht verbessern, da die Menschen aufgrund des Coronavirus kaum fahren, sagte US-Broker Jack Scoville von PRICE Futures Group. Dabei schließen immer mehr US-Ethanol-Anlagen oder verkürzen die Produktionszeiten. Das bedeutet viel weniger Maisbedarf in den USA, geht ein Drittel des US-Maisbedarfs in die Ethanol-Erzeugung. Der Schuh drückt auch woanders. Laut Rabobank ist der Fleischkonsum in den USA und Kanada im März um 30 % eingebrochen. In den USA machen wegen der Covid19-Pandemie reihenweise Schlachtbetriebe dicht, allen voran Smithfield Foods. Die US-Fleischindustrie hatte als Folge der Afrikanischen Schweinepest die Produktion in Erwartung zunehmender Einkäufe Chinas erheblich ausgeweitet. Die Einführung von Quarantänen, zuerst in China, dann in den USA, verringerte jedoch die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern erheblich, was sich nachteilig auf die Futtermittelnachfrage ausgewirkt hat.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

159,00

-2,00

La Pallice FOB

159,00

-2,00

Holland CIF

183,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

183,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Maisaussaat kommt wegen trockenem Wetter gut voran
Der National Pork Producers Council, der US-amerikanische Schweinezüchter vertritt, forderte die Trump-Regierung auf, Schweinefleisch im Wert von über 1 Mrd. US-Dollar aufzukaufen, rechnet die Branche mit Verlusten von 5 Mrd. US-Dollar in diesem Jahr, nachdem das Coronavirus die Nachfrage empfindlich gestört hat. In den USA waren die Preise für Schlachtschweine um 9,6 % gegenüber der Vorwoche gesunken. Brasiliens erste Maisernte war zu 72 % mit 3 % Fortschritt zum Vorjahr, die Safrinha-Aussaat zu 99 %, abgeschlossen. In Westeuropa und am Schwarzmeer hat die Maisaussaat begonnen. In Frankreich waren aufgrund trockenen Wetters bereits 4 % der geplanten Maisfläche gedrillt, am Oberrhein hat die Saat begonnen. In der Ukraine waren 5,3 % der auf 5,4 Mio. ha um 10,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Maisfläche bestellt. In Russland soll Mais und Sommergetreide im Umfang von 16,7 % gesät worden sein. In der Ukraine kostete Exportmais zuletzt um 159,55 USD/mt (4.700 UAH/mt) FCA Odessa.

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