Mais: China kauft endlich Mais in den USA
11. Mai 2020 um 15:25 ,
Der AUDITOR
In Chicago notierte Mais am Mittag mit knapp 3,22 USD/Bushel um 1,2 % höher als gestern. In Paris legte der Fronttermin schwach auf 165,75 EUR/mt zu. In den USA stützten erwartete Frosteinbrüche im nördlichen MidWest den Markt. In den USA sorgte auch der Kauf von 686.000 mt Mais nach China für positive Signale. Letzte Woche fanden Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und Chinas über die Umsetzung des Phase-1-Abkommens statt, bei denen beschlossen wurde, dass die USA vorübergehend bis 7. August 2020 die Zölle auf 146 chinesische Waren zurücknehmen, China dagegen strikt seine Importverpflichtungen erfüllen soll, hieß es aus Brokerkreisen. Auch übte der morgige WASDE-Report Einfluss auf den Markt. In den USA werden die Maisbestände wegen des Absatzeinbruches bei Ethanol und auch rückläufigem Futterverbrauchs steigen. Die Bloomberg-Umfrage beim Handel ergab, dass die US-Mais-Endbestände für 2020/21 auf 3,41 Mrd. Bushel vorgeschätzt wurden, die für 2019/20 mit 2.278 Mrd. Bushel um 8,8 % die Aprilprognose von 2,092 Mrd. Bushel übertreffen könnten. In den USA wurden seit der Corona-Krise 70 Ethanol-Anlagen geschlossen, was 1 Mio. mt weniger Maisverarbeitung pro Woche bedeutet. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die USA würden Milchprodukte, Fleisch und Produkte im Wert von 3 Milliarden US-Dollar von Farmern kaufen, um die Verluste wegen verminderter Verkäufe auszugleichen. Der Handel rechnete damit, dass der US-Maisanbau zu 70-72 % abgeschlossen sein dürfte, gegenüber 56 % im fünfjährigen Mittel. Andererseits könnten die Maisernten Brasiliens und Argentiniens witterungsbedingt etwas zurückgenommen werden.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
156,00 |
1,00 |
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Holland CIF |
180,00 |
0,00 |
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Oldenburg DDP |
190,00 |
0,00 |
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Brake FOT |
182,00 |
0,00 |
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Niederrhein DDP |
182,00 |
0,00 |
|
Oberrhein FOB |
182,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Wettermarkt hält an
Der Rohölmarkt stabilisierte sich weiter. Laut SIA Energy sollen Chinas Rohölbestände nach den Lockdown-Aufhebungen im April um 9,5 Mio. Barrel abgenommen haben. Das entspräche einem Wiederanstieg des Tagesverbrauchs von gut 300.000 Barrel. Laut Handel sind seit Mai die neuen OPEC-Kürzungen in Kraft, die aber noch nicht zu einem Gleichgewicht führen werden. Analysten von Rystad Energy gehen davon aus, dass sich die Situation mit sehr niedrigen Rohölpreisen erst ab Jahresmitte langsam entspannen dürfte. In Westeuropa dürften die jüngsten Niederschläge die jungen Maispflanzen im Wachstum beschleunigen. Nachfröste könnten gebietlich zu Auflaufschäden führen. Französischer Mais blieb im Vergleich zu Futterweizen sehr wettbewerbsfähig. Die Anhebung der Importsteuer auf Drittlandmais von 5,27 auf 10,40 EUR/mt in Brüssel stabilisierte den Markt.