Mais: Branche hofft auf Erholung im Gastro-Bereich

2. Juni 2020 um 13:37 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Mais tendierte an den Terminbörsen in Chicago schwächer, in Paris dagegen fester. In den USA erholt sich die Fleischnachfrage, was den Futtermittelsektor unterstützte. Auch die Ethanolnachfrage sprang wieder leicht an. Aber das Gesprächsklima zwischen USA und China im Konflikt über die Sonderverwaltungszone Hongkong hat sich verschärft. Peking stornierte zuletzt US-Fleischimporte. In Nordwesteuropa dürfte trockenheitsbedingt weniger Grünernte verfügbar sein, was die Nachfrage nach Mais stärker antreiben könnte. Die nahende Sommer-Urlaubssaison dürfte die Umsätze im Gastro-Bereich langsam steigern. GVO-Mais muss bei uns vernichtet werden.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,24 USD/Bushel um 1,3 % schwächer als gestern. In Paris legte der Fronttermin um 1,4 % auf 171,00 EUR/mt zu. In den USA stützten zwar ein gefallener US-Dollar und eine Erholung der Fleischnachfrage, US-Fleischverarbeiter hätten wieder 80 bis 85 % der Verarbeitungskapazität erreicht, hieß es, den Markt. Auch die Exportinspektion lag für US-Mais mit 1,128 Mio. mt am oberen Rand der Handelserwartungen. Die Ethanol-Nachfrage verbessert sich weiter. Aber die Exportsituation verschlechtere sich wegen preiswerter Angebote aus Südamerika und der Ukraine, sagten Experten von Price Futures Group, wenn auch der IGC mit 34,5 Mio. mt nicht ganz die von anderen Analysten erwartete Rekordernte bei Mais in der Ukraine erwartet. Weil sich das Gesprächsklima zwischen USA und China im Konflikt über die Sonderverwaltungszone Hongkong verschärft hatte, Washington die Liefervereinbarungen mit Peking einschränken und mehr Zollkontrollen einleiten will, Peking zuletzt US-Schweinefleisch-Bestellungen stornierte, könnte der US-Maismarkt weiter unter Druck geraten. In den USA war die Maisaussaat zu 93 % abgeschlossen, was 4 Prozentpunkte Vorsprung zum Mittel bedeutete.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

186,00

4,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

2,00

Niederrhein DDP

184,00

2,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Nahende Urlaubssaison und Lockerungen beim Lockdown treiben Umsatzhoffnungen
Die Marktlage bei Mais blieb in Westeuropa fest, obwohl die Importpreise wegen des gestiegenen Eurokurses hätten nachgeben müssen. Aber Körnermais hielt sich im Wettbewerb zu Futterweizen im Futtermittelsektor wacker und legte am Niederrhein und in Brake leicht zu. Wie vom französischen Handel zu erfahren war, wird im Rinderfutterbereich trockenheitsbedingt weniger Grünernte verfügbar sein, was die Nachfrage nach Mais im Norden Frankreichs und Deutschlands erhöhen dürfte. Für Preisstabilität sprechen gute Preise für Schweine- und gestiegene für Rindfleisch, die wieder höhere Vieh-Aufstallungen unterstützen, hieß es aus Nordwestdeutschland. Die nahende Sommer-Urlaubssaison dürfte die Umsätze im Gastro-Bereich langsam steigern, wollen viele Deutsche diesmal mehr Urlaub zuhause oder im eigenen Land machen. In Deutschland kommt die Maisaussaat zum Ende, in Frankreich war diese abgeschlossen. In Baden-Württemberg soll auf einem Feld Mais angebaut worden sein, der mit gentechnisch verändertem Saatgut verunreinigt war, teilte das Agrarministerium in Stuttgart mit. Der Agrarbetrieb muss die Pflanzen vernichten.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern erzielen deutlich bessere Hirseerträge als im Vorjahr. Im chinesischen Markt haben die Preise nicht viel Spielraum nach unten. Die EU-Importe sind in dieser Saison um 60% gesunken.
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern haben die Buchweizenernte 2026 gut zur Hälfte abgeschlossen. In China stützen geringere Produktionsergebnisse die Rohwarenpreise. EU-Länder haben in den letzten Wochen rund die Hälfte ihrer Buchweizenimporte aus Kasachstan bezogen.
Getreide
01.09.2026
DALIAN/KYJIW. In China legen die Buchweizenpreise deutlich zu. Wetteranfälligkeit sorgt für Unsicherheit im Markt. Chinas Importe aus Russland waren rückläufig.
Getreide
01.09.2026
KYJIW/DALIAN. In der Ukraine wurden bereits 22% der Hirsefelder abgeerntet. In China haben sich die Anbauflächen in diesem Jahr erholt. Marktteilnehmer rechnen mit entsprechendem Druck auf die Preise.