Mais: Argentiniens Talsohle scheint durchschritten

16. August 2019 um 11:45 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte nach zunächst festerem Verlauf wieder schwächer. Die US-Exportzahlen überzeigten den Handel wenig. In Südamerika konnte sich der Peso etwas erholen, was für dort steigende Maispreise sprach. In der EU erwartet Tallage eine höhere Maisernte.

In Chicago schlossen die Maiskurse am Donnerstag höher, gaben dann wieder ab. Heute Morgen notierte der Fronttermin für Mais bei 362,50 US-Dollar je Bushel, kaum verändert zum Vortag. Der USDA-Exportbericht mit Verkäufen bis zum 8. August war bearish, erreichte der Export aus der alten Ernte gerade 56.149 mt und aus der neuen 307.591 mt, ein Plus von 32 % bzw. Minus von 71 % zur Vorwoche. Die US-Maisexporte liegen laut Brugler Marketing & Marketing um 17 % hinter dem Vorjahr zurück. China kaufte diese Woche 78.788 mt US-Sorghum, obwohl Pekings Regierung offiziell  erklärt hatte, vorerst keine US-Agrarprodukte mehr zu importieren. Druck kommt auch vom Ethanol. Der neue UVP-Report zeigte eine um 5.000 Barrel auf 1,045 Mio. Barrel je Tag gestiegene US-Ethanolproduktion, wobei die US-Ethanolvorräte um 766.000 Barrel auf 13,883 Mio. Barrel anstiegen. Da es in den USA sehr viel Unsicherheit über den Ausgang der Maisernte gibt, soll die Pro Farmer's Tour in der nächsten Woche mehr Klarheit über das Ertragspotenzial im Maisgürtel geben.

In Argentinien hat die Prämie von 20 Cent je Bushel über der Mais-Notierung in Chicago nach Meinung des Handels den Tiefpunkt durchschritten. Auch erholte sich der Peso leicht, was zu etwas höheren Preisforderungen auf US-Dollarbasis führte. Dabei erreichten die brasilianischen Maisexporte in der ersten Augustdekade 2,94 Mio. mt, im Vergleich zu 0,8 Mio. mt im Vorjahr. Damit könnte das Exportergebnis von Juli mit 6,32 Mio. mt Exporten noch deutlich überholt werden. Jedoch kann Argentinien weiterhin extrem günstig Mais exportieren. Dies zwingt Exporteure in den USA und in der Ukraine zu aggressiven Preisangeboten, meinte der US-Handel.

In Westeuropa legte Mais am Kassamarkt dollarbedingt leicht zu. Dabei wurden in Frankreich 167 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 183 EUR/mt, am Niederrhein 185 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Doch der französische Analyst Tallage versetzte dem Markt einen leichten Dämpfer. Tallage hob seine EU-Maisprognose um 0,5 Mio. mt auf 62,7 Mio. mt an, bedingt durch höhere Ernten Südosteuropas. Am Schwarzmeer stieg der Exportpreis für ukrainischen Mais auf 143,75 EUR/mt CPT Ukraine.


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

167,00

3,00

La Pallice

166,00

2,00

Holland

190,00

0,00

Oldenburg

193,00

0,00

Niederrhein

185,00

0,00

Oberrhein

183,00

0,00

Ukraine

143,75

0,85

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

13.100,0

14.4916,0

Deutschland

4.190,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

3.750

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.900

3.077

EU-28

64.800

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

353.900

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

103.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

36.500

35.800

EU-28

64.800

62.754

Welt

1.108.240

1.123.020

 

Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.

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