Kommission öffnet Hintertür für Palmöl-Biodiesel
20. Februar 2019 um 16:40 ,
Dedere Deutschland GmbH
…eine gesetzlich verbindliche Definition der Rohstoffe für Biokraftstoffe. Diese Definition betreffe solche Rohstoffe, deren Produktion mit einem hohen Risiko indirekter Landnutzungsänderungen verbunden sei, teilte der DBV jetzt mit. Mit ihrer Empfehlung werfe die EUKommission ihre positiven Vorsätze, kritische Rohstoffe wie Palmöl von der Biokraftstoffproduktion und der Anrechnung auf die Klimaziele der Europäischen Union auszuschließen, gnadenlos über Bord, stellte DEB-Generalsekretär Bernhard Krüsken fest. Aus falsch verstandener Scheu vor handelspolitischen Diskussionen würden Schlupflöcher geschaffen, durch die Palmöl zur Biokraftstoffproduktion weiter ungehindert in die EU fließen könne, bemängelte der DBV-Generalsekretär. Damit konterkariere die EU die Nachhaltigkeitsziele für Biokraftstoffe. Die kritisierten Schlupflöcher entstehen laut DBV durch geplante Ausnahmeregelungen für Palmöl von Kleinerzeugern. Dieses Palmöl kann nach dem Vorschlag der EU-Kommission weiter als Rohstoff mit einer geringen Gefahr indirekter Landnutzungsänderungen zertifiziert werden. Krüsken erscheint es dagegen „absurd, einem Rohstoff wie Palmöl einmal ein hohes und einmal ein niedriges Risiko indirekter Landnutzungsänderungen zuzuschreiben.“ Entscheidend sei vielmehr die Treibhausgasbilanz der Biokraftstoffe, betont er. Denn nur darum könne es mit Blick auf das Erreichen der Klimaziele gehen. Nachhaltig produzierte heimische Biomasse leiste hier einen wichtigen Beitrag zur Treibhausgasminderung im Verkehr, hob Krüskern hervor. Der nachhaltige Rohstoffanbau für die Biokraftstoffproduktion sei für die deutsche Landwirtschaft ein wichtiger Absatzmarkt in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage und stelle als Koppelprodukt aus der Biokraftstoffherstellung heimische Eiweißfuttermittel bereit, erklärte der DBV. MBI/12/jc/ssc/19.2.2019